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Hüter der Erinnerung - The Giver - Trailer und Kritik zum Film

Gleichheit: Ein Konzept, das US-Autorin Lois Lowry 1993 in ihrem dystopischen Jugendroman "Hüter der Erinnerung" (Original: "The Giver") umsetzte - und das auch auf Hollywoods nicht enden wollende Reihe an Jugendroman-Verfilmungen zutrifft, die nun um eine Adaption länger wird.

Das Science-Fiction-Drama ist ein Herzensprojekt von und mit Jeff Bridges und startet am Freitag in unseren Kinos. Es ist eine schwarz-weiße, in festen Bahnen verlaufende Welt, in der Jonas (Brenton Thwaites) aufwächst; frei von Schmerz, Kriegen und Verlust, aber auch von Liebe und Schönheit.

Hüter der Erinnerung: Geschichte

Mit 16 Jahren soll er mit Altersgenossen bei einer traditionellen Zeremonie vom Ältestenrat seine Aufgabe in der Gemeinschaft erhalten – und wird dort zum Nachfolger des Hüters der Erinnerung ernannt, jenem Menschen, der als einziger die Erfahrungen vergangener Generationen in sich trägt und diese mit dem Ältestenrat auf Wunsch zwecks Entscheidungsfindung teilt. In einem Haus am Rande des “Abgrunds”, der die heile Welt abschließt, beginnt Jonas seine Ausbildung beim Hüter (Jeff Bridges), der ihm fortan sämtliche Erinnerungen der alten Welt überträgt – und ihn durch die Erfahrung von Musik, Tanz, Farben, Zuneigung und Solidarität an dem so kontrollierten System zweifeln lässt.

Einiges von “Schöne neue Welt”, “Flucht ins 23. Jahrhundert” und anderen Science-Fiction-Utopien hat der Bestseller Lowrys, der sich weltweit zehn Millionen Mal verkauft hat und laut Produktionsnotizen in den USA als Buch für die Mittelstufe empfohlen wird. “Hüter der Erinnerung” zeigt eine beunruhigende Gemeinschaftsidee auf, in der ein oppressiver Ältestenrat Individualität, Farben, Klassen, Familien und Berührung zur Vermeidung von Konflikten und Neid abgeschafft hat, seine Bürger für das scheinbare Wohl der Gemeinschaft täglich unter Drogen setzt und auch nicht vor willkürlicher “Freilassung”, also Tötung, zurückschreckt.

Hüter der Erinnerung: Kritik

In der Verfilmung durch den Australier Phillip Noyce (“Salt”) weicht diese durchaus faszinierende Abhandlung aktueller Thematiken wie staatlicher Überwachung, Geburtenkontrolle, Datenschutz und Individualität im Verlauf der knapp 100 Minuten der hollywoodkonformen Aufmachung düsterer postapokalyptischer Szenarien a la “Die Tribute von Panem” und zuletzt “Die Bestimmung – Divergent”. Da wird der Zwölfjährige aus dem Buch Teenie-schmacht-gemäß zum 16-Jährigen umgemodelt (verkörpert vom bereits 25-jährigen, eher farblosen Australier Brenton Thwaites) und in eine Dreiecks-Romantik (mit Fiona und Asher alias Odeya Rush und Cameron Monaghan) verwickelt, die Logik schließlich der Action geopfert und Jonas’ Grenzerfahrung als sentimentale Montage mit Charity-Aufruf-Touch visualisiert. Aus seiner Perspektive erzählt, ändert sich mit dessen Bewusstwerden die Kameraführung von stabil zu aufgeregt, die Farbgebung von schwarz-weiß erst zu sattem Braun, dann zu bunt, was nicht zuletzt an “Pleasantville” (1998) erinnert.

Jeff Bridges, der das Projekt nach 20 Jahren Anstrengung als Co-Produzent realisierte und die Rolle des Hüters ursprünglich für seinen Vater vorgesehen hatte, ist das Highlight dieses eher faden Dramas. In seinem eingefallen Gesicht, der gebückten Haltung und dem philosophischen Nuscheln ist ihm die emotionale Last und Bürde, die die Menschheitsgeschichte mit sich bringt, förmlich anzusehen. Meryl Streep, die als distanzierte Ratsvorsitzende des Hüters Counterpart gibt, wäre mehr Zeit auf der Leinwand zu wünschen gewesen. Ob sie die noch bekommt, ist fraglich: Die drei Fortsetzungen Lowrys werden es wohl kaum auf die Leinwand schaffen. Trotz hochkarätiger Besetzung der Nebenrollen – neben Bridges und Streep sind Katie Holmes und Alexander Skarsgard als Jonas’ “Eltern” und Country-Sternchen Taylor Swift zu sehen – ist “Hüter der Erinnerung” an den US-Kinokassen gefloppt.

Alle Spielzeiten auf einem Blick

(APA)

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