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Hubsi Kramar und Conny Hannes Meyer geehrt

Hubert "Hubsi" Kramar und Conny Hannes Meyer werden geehrt.
Hubert "Hubsi" Kramar und Conny Hannes Meyer werden geehrt. ©APA
Im voll besetzten Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses, ehrte heute Mittwoch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny "zwei wunderbare, nachhaltige Persönlichkeiten des Wiener Theaterlebens": Conny Hannes Meyer und Hubert "Hubsi" Kramar.
Bilder der Ehrung

Hubsi Kramar und Conny Hannes Meyer haben wichtige Theaterräume erschlossen, beide sind in großem Ausmaß unbeirrbar politisch engagiert gewesen. Beide haben Courage und Haltung bewiesen, auch in Situationen, wo das nicht immer angenehm war. Und beide haben sich immer wieder kritisch zeitgeschichtlicher Themen angenommen”, sagte Mailath-Pokorny. Meyer habe “Theatergeschichte Wiens geschrieben”, Kramar sei “einer, der voranschreitet, auch mit geringen ökonomischen Mitteln – und auch da weiß ich, wovon ich spreche”. Und schließlich an beide gerichtet: “Die Wiener Theaterlandschaft lebt im Wesentlichen von Menschen wie euch.” Für diese Verdienste gab es für beide das “Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien”.

Viel Lob für Hubsi Kramar in der Laudatio

“Er bleibt mit seinen Arbeiten stets am Puls der Zeit”, lobte Laudatorin Lucy McEvil Kramar als “feinfühligen Regisseur mit einer ungeheuren Bandbreite von Inszenierungen”. Einen “bedeutenden Theatermenschen”, der seine Vorstellung von Theater “von frühester Zeit an ohne Abweichungen konsequent verfolgt” habe, nannte Dieter Schrage den Regisseur, Theaterleiter und Lyriker Meyer und erinnerte an seine Pionierarbeit am “Experiment am Liechtenwerd” und mit der 1958 gegründeten Gruppe “Die Komödianten” sowie später im Burgenland.

Kramar und Mayer ernten Standing Ovations

Die Standing Ovations spendende Fangemeinde musste nicht ganz ohne Aktionismus auskommen: Kramar eröffnete seine Dankesrede mit Hitler-Bärtchen, Dank an die “Volksgenossen” und an den “Statthalter” und der “sofortigen Aberkennung” der soeben “der linkslinken Brut und den roten Vögeln” verliehenen Ehrenzeichen: “Und ich frrrreue mich, dass in österreichischen Gemeinden die Ehrenzeichen unserem lieben Frrrreund Adolf nicht aberkannt worden sind”, versicherte er in jener Führer-Rolle, die er bereits im Jahr 2000 mit großem Aufsehen auf dem Wiener Opernball gespielt hatte.

Kramar verwies auf ein hinter ihm hängendes Bild, das den Ex-Bürgermeister Helmut Zilk mit ausgestreckter Hand zeigt: “Es ist ein Porträt eines Vertreters der freien Szene. Mit dieser schönen Geste: Wir brauchen mehr Kohle! Sozusagen der Bettlerkönig!” Im übrigen sei er “kein Linker. Ich bin einfach gegen Ungerechtigkeit und gegen Ausbeutung. Es gibt diese Auszeichnung für mich nur, weil es euch gibt: tolle Künstlerinnen und Künstler, die mit mir selbstausbeutend diesen Wahnsinn gemacht haben, freies Theater zu machen. Dieser Preis gilt euch!”

(APA)

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