HRW: Viele Menschenrechtsverstöße bei Sportevents

Massive Kritik an Gebahren in Sotschi
Massive Kritik an Gebahren in Sotschi
Die Organisation Human Rights Watch (HRW) verurteilt in ihrem Jahresbericht massive Menschenrechtsverletzungen bei der Organisation sportlicher Großereignisse. Durch die Vergabe Olympischer Spiele oder der Fußball-WM würden schon "viel zu lange Menschenrechtsverletzer belohnt, während es den Menschen vor Ort allzu oft Unheil bringt", heißt es im "World Report 2015" der Menschenrechtsorganisation.


Im Umfeld der Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi seien “die Menschenrechte auf breiter Front mit Füßen getreten” worden. “Es kam zu Zwangsräumungen, Verletzungen von Arbeiterrechten, einem zunehmend harten Vorgehen gegen Mitglieder der Zivilgesellschaft und Journalisten und zur Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender (LGBT)”, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Die Vorbereitung der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar habe zu “Menschenrechtsverletzungen in immensem Ausmaß” geführt, erklärten die Aktivisten. Das Emirat steht wegen der Zustände auf den Baustellen für die WM-Endrunde seit Monaten massiv unter Beschuss. Hunderte Gastarbeiter, vor allem aus Nepal und Indien, kamen dort bereits ums Leben.

HRW lenkte den Blick auch auf die Olympischen Winterspiele 2022, für deren Austragung sich nur China und Kasachstan bewerben. Beide Länder haben dem Bericht zufolge “eine miserable Bilanz in Sachen Pressefreiheit und versuchen, Journalisten im Gefängnis zu zermürben”.

Es seien “immer häufiger die schwarzen Schafe”, die sich am eifrigsten darum bemühen, ihren Ruf durch weltweit beachtete Sportspektakel aufzupolieren, bemängelte HRW. Dabei sei es in der Vergangenheit immer wieder zu Zwangsräumungen, zur Ausbeutung von Gastarbeitern, zur Diskriminierung von Minderheiten sowie zur “Bedrohung, Einschüchterung und Inhaftierung von Journalisten” gekommen.

Dieses “explosive Gemisch aus Sport und Menschenrechtsverletzungen” mache Reformen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und des Fußballweltverbands FIFA dringend nötig, erklärte Human Rights Watch. “Die internationalen Sportverbände müssen sich der Erkenntnis stellen, dass Menschenrechtsprobleme eher zunehmen, wenn eine Regierung den Zuschlag für große Infrastrukturinvestitionen erhält.” Künftig sollten bei der Auswahl der Veranstalter “konkrete Prüfkriterien für die Einhaltung der Menschenrechte” vereinbart werden.

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