HR Giger im Kunsthaus Wien: Dämonische Erotik

Die Erotik des Technisch-Morbiden: Im abgedunkelten Kunsthaus Wien präsentiert sich ab Donnerstag eine Ausstellung des Schweizer Künstlers HR Giger, bekannt durch seine phallische Figur des Aliens aus Ridley Scotts gleichnamigem Science-Fiction-Klassiker, für die er den Oscar erhielt.
HR Giger im Kunsthaus Wien
Giger: Träume und Visionen

 

“Ich hätte natürlich lieber eine Auszeichnung für meine künstlerische Arbeit bekommen, nicht als Filmausstatter, sondern als Maler oder Bildhauer. Aber so ‘rum ging’s auch”, zeigte sich der Künstler pragmatisch angesichts seines Lebenswegs. Dessen künstlerische Seite zeichnet die Ausstellung im Kunsthaus Wien nun nach.

Dabei präsentiert sich die gesamte HR Giger-Welt an Dämonen und düsteren Verschmelzungen von Mensch und Maschine, die der 71-jährige Schweizer zu okkult-obsessiven Gemälden und Skulpturen verarbeitet. Mit seiner technoiden “Biomechanik” aus vornehmlich dunklen Farben und naturfreien Sujets demonstriert Giger die Atom- und Zerstörungsängste der 1960er und 70er und wirkte zugleich stilbildend für eine kalte Ästhetik der 1980er Jahre. 

Giger: Träume, Visionen, Popkultur

Neben dem künstlerischen Oeuvre vereint die Schau im Kunsthaus unter dem Titel “Träume und Visionen” jedoch auch Gigers Schöpfungen für die Popkultur. So schuf er für die Sängerin Debbie Harry ein Plattencover mit ihrem von Nägeln durchbohrten Kopf. Im Filmbereich reüssierte Giger neben der “Alien”-Trilogie (für deren geplante Fortführung “Prometheus” er von Ridley Scott erneut verpflichtet wurde) etwa auch mit seiner Figur zu “Species”. Deren Nachbildung in Originalgröße findet ebenso in der Schau.

Bei der aktuellen Wiener Ausstellung werden neben dem Giger-Oeuvre einige Werke von Künstlern beiseitegestellt, die den Weg des Schweizers begleitet haben und aus dessen Privatsammlung stammen. Neben Ernst Fuchs und Max Klinger findet sich da auch Günter Brus’ “Hommage a Giger” mit der Aufschrift “Der Tod ist ein Freund des Unterkiefers”. Dokumentarfilme und ein Bereich zur Rolle der Fotografie in Gigers Werk runden die Retrospektive mit teils noch nie gezeigte Arbeiten ab. So grauenhaft und verstörend wird die Ausstellung allerdings von den Verantwortlichen eingestuft, dass eine Altersgrenze von 14 Jahren eingezogen wurde. 

(apa)

 

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