"Hotline" zwischen Indien und China

China und Indien richten eine Hotline zwischen ihren Regierungschefs ein und wollen ihren bilateralen Handel massiv steigern.

Nach Gesprächen des chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao mit Indiens Premier Manmohan Singh am Donnerstag in Neu-Delhi verkündeten beide Seiten, angestrebt werde ein Handelsvolumen von 100 Milliarden US-Dollar (75 Milliarden Euro) bis 2015. Im laufenden Jahr wird der Warenaustausch vermutlich die 60-Milliarden-Dollar-Hürde nehmen.

Das Verhältnis zwischen den bevölkerungsreichsten Mächten der Welt ist angespannt. Die beiden Regierungschefs stellten sich am Donnerstag nicht einer Pressekonferenz, sondern gaben stattdessen eine gemeinsame Erklärung heraus. Darin hieß es, durch die Hotline sollen regelmäßige Konsultationen der Regierungsspitzen ermöglicht werden. Indien und China wollten ihre strategische Zusammenarbeit und Kommunikation ausbauen.

Indien und China haben sich in den vergangenen Jahren angenähert, doch ihre Beziehungen sind durch einen Grenzkrieg 1962, bis heute fortbestehende gegenseitige Gebietsansprüche sowie durch die privilegierten Beziehungen Chinas zu Pakistan belastet. Peking beansprucht den knapp 90.000 Quadratkilometer großen nordostindischen Unionsstaat Arunachal Pradesh. Indien fordert seinerseits den knapp halb so großen chinesischen Teil von Kaschmir. Die beiden Mächte führen seit 2003 Gespräche, um die Konflikte an der 4000 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zu lösen.

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