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Horror-Urlaub mit Zombies: "Dead Island 2" im Game-Test

Lang erwartetes Action-Rollenspiel lässt uns Untote in Hollywood jagen: Ein No-Brainer!

(PC, XB1, XBX, PS4 & PS5) Zuletzt hatten viele "Dead Island"-Fans die Hoffnung aufgegeben, überhaupt noch eine Fortsetzung der kultigen Zombie-Schnetzelei von 2011 zu spielen - geschweige denn eine gute. Doch "Dead Island 2" erhebt sich nach gut zehn Jahren Entwicklerhölle wie Phönix aus der Asche und macht genau das, was es soll: Bitterbös brutalen Spaß! Vorausgesetzt, man ist mindestens 18 Jahre alt und hat einen sehr starken Magen.

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Das Spiel hält sich nicht lange mit einer Geschichte auf: Kurz nach dem Ausbruch einer Zombie-Epidemie landen wir in Los Angeles und müssen uns durch die Heimat der Stars und Horden von Monstrositäten kämpfen. Viel mehr darf man in Sachen Story nicht erwarten, "Dead Island 2" konzentriert sich auf das Wesentliche: Den Splatter-Kampf gegen die Untoten mit einer gehörigen Portion bissigem Humor.

Dabei steht uns wie im ersten Teil ein vielfältiges Arsenal zur Verfügung, das durch Crafting noch verfeinert und durch Elementarschäden ergänzt werden kann: Vom Küchenmesser bis zum Vorschlaghammer im Nahkampf, vom Revolver bis zum Sturmgewehr auf Distanz, vom Molotowcocktail bis zur Splitterhandgranate. Das Treffer-Feedback der verschiedenen Kampfmittel macht den eigentlichen Reiz des Spiels aus, denn die Angriffe sind nicht nur sehr wuchtig, sie hinterlassen auch authentische Spuren am zombifizierten Gegner. Schnitte, Spaltungen und Verbrennungen sind so blutrünstig detailliert dargestellt, dass man als Spieler:in den letzten Snack nur schwer im Magen behalten kann. Auch das "taktische Zerlegen" der Monster zeigt Wirkung, ein entbeinter Untoter lässt sich viel leichter abschütteln. Als Zombiejäger darf man durchaus kreativ ans Werk gehen, Gegner per Dropkick in Säurepools stoßen oder mit großzügig verteiltem Treibstoff ganze Straßenzüge in Brand setzen. Die Gegner sind abwechslungsreich und herausfordernd, die Bosse werden leider etwas zu oft recycelt. Hat man einen Alpha-Zombie in einem Zwischenkampf besiegt, taucht er später oft als "normaler" Gegner wieder auf.

Der Rollenspielaspekt von "Dead Island 2" zeigt sich nicht übermäßig: Vor allem in der typischen Level-Zahlenjonglage - man wird besser und ausdauernder, trifft auf stärkere Gegner, schlägt härter zu. Außerdem kann man Skills verwalten und bekommt immer neue, farbcodierte Ausrüstung. Spannendes Extra: Man wird gebissen und hat fortan selbst Zombie-Kräfte. Eine echte Open World gibt es nicht: Die sehenswerten Schauplätze sind segmentiert, was aber ohnehin besser passt und die Suche nach Geheimnissen oder das Erledigen von Nebenquests attraktiver macht. Wer auf Gesellschaft steht, kann sich im Multiplayer-Modus mit bis zu drei weiteren Zombie-Kämpfern durch die gut 20-stündige Odyssee in Los Angeles hacken.

Fazit

"Dead Island 2" ist nicht nur besser als befürchtet, sondern richtig gut. Man bekommt das, was draufsteht: Eine fulminante Zombie-Schlachtpartie ohne großen erzählerischen Anspruch, aber dafür mit spielerischer Wucht.

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