Homophobie-Streit: Hosi Wien plant Veranstaltung zur Reggae-Kultur

©© "Bounty Killer"
In der Diskussion um den Auftritt des homophoben jamaikanischen Dancehall-Sängers Bounty Killer in Wien plant die Homosexuelle Initiative (Hosi) eine Veranstaltung mit der Reggae-Szene.

Es gehe darum, die Fans zu sensibilisieren, unterstrich Obmann Christian Högl im APA-Gespräch. Der Bounty-Killer-Auftritt soll unterdessen am morgigen Donnerstag in einer Favoritner Discothek stattfinden.

Auf Fanseiten wird die Disco Oxyd als Location genannt. Diese wäre demnach als Ersatzausrichter für den Volksgarten eingesprungen, der am Montag das von einem Fremdveranstalter geplante Konzert wegen der schwulenfeindlichen Texte abgesagt hatte. Zuvor hatten die Grünen andersrum gegen die Veranstaltung protestiert. Deren Sprecher Marco Schreuder unterstützt die Idee einer gemeinsamen Diskussion mit der Reggae-Szene.

Die geplante Diskussionsveranstaltung könne entweder in der Hosi oder vielleicht im Volksgarten stattfinden, so Högl. Zwar sei ihm bewusst, dass es sich angesichts der kulturellen Verankerung der Homophobie in Jamaika nur um einen Tropfen auf den heißen Stein handle. Aber vielleicht gelinge es zumindest, Teile der heimischen Reggae-Szene zu mündigen Konsumenten zu erziehen. Ein konkreter Termin für die Veranstaltung steht noch aus.

Nicht nur in Wien, sondern auch in Deutschland hatte Bounty Killer mit seiner Tournee “Deadly Alliance” für Proteste gesorgt. So waren drei seiner Konzerte abgesagt worden. Der prominente Vertreter der “Battyman Tunes”, einer Richtung der Dancehall-Musik mit explizit homophoben Texten, ist für Liedzeilen wie “We blaze it for you stinky chi chi man and parasite. Jamaica never mek fi dem and spoil we paradise” (Wir entfachen ein Feuer für euch stinkende Schwuchteln und Parasiten. Jamaika wird niemals zulassen, dass ihr unser Paradies beschmutzt) bekannt.

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