Holocaust-Gedenken im deutschen Parlament

Am Internationalen Holocaust-Gedenktag hat der deutsche Bundestag am Donnerstag in Berlin der Opfer der Nazidiktatur gedacht.
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Bundestagspräsident Norbert Lammert betonte in seiner Ansprache, die Schrecken der Geschichte dürften nicht vergessen werden. Man gedenke der ermordeten Juden, Sinti und Roma, Behinderten sowie der politisch und religiös Verfolgten. Die Millionen Opfer des Hitler-Regimes mahnten, alle Formen der Diskriminierung zu ächten.

“Wir Nachgeborene haben versprochen und bekräftigen, dass wir die Schrecken der Geschichte nicht vergessen werden, dass wir die Erinnerung an sie bewahren und die Lehren aus ihr auch in Zukunft ziehen werden”, sagte der Parlamentspräsident und fügte hinzu: “Die Opfer verpflichten uns, alle Formen von Diskriminierung und Intoleranz zu ächten und jeder Art des Hasses und der Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten.”

Seit 1996 wird in Deutschland am 27. Jänner an die Naziopfer erinnert. An diesem Tag hatten sowjetische Soldaten im Jahr 1945 das Vernichtungslager Auschwitz im von den Deutschen besetzten Polen befreit. Erstmals sollte in der Person von Zoni Weisz am Donnerstag ein Vertreter der Sinti und Roma auf der offiziellen Gedenkveranstaltung sprechen.

Lammert erinnerte daran, dass sich noch heute viele Sinti und Roma diskriminiert und stigmatisiert fühlten, “auch in Deutschland”. Weil die Deutschen nur wenig über die Kultur und den Alltag von Sinti und Roma wüssten, seien Klischees und Vorurteile weit verbreitet. Studien zeigten, dass sie beim Zugang zu der Bildung und dem Gesundheitssystem benachteiligt würden und zudem weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. “Bis heute ist die größte Minderheit Europas zugleich die wohl auch am meisten diskriminierte Minderheit Europas”, sagte Lammert.

Der 73-Jährige Zoni Weisz überlebte die NS-Zeit als Kind in einem Versteck in den Niederlanden, während Eltern und Geschwister nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden. Laut Schätzungen wurden bis zu 500.000 Sinti und Roma in Nazi-Konzentrationslagern ermordet.

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