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Hollywood in Vienna: Shore und Badelt zu Gast in Wien

Symbolbild
Symbolbild ©Bilderbox
Am 16. September führt das ORF Radio-Symphonieorchester Melodien bekannter Hollywoodproduktionen auf: Stargäste sind dabei die Komponisten Howard Shore ("Herr der Ringe") und Klaus Badelt ("Fluch der Karibik").

 ”Es ist erfrischend für einen Dirigenten, wenn Orchestermusiker ein Lächeln im Gesicht haben. Spielt man Bruckner, geht das nicht – doch bei Filmmusik ist das anders.” Der amerikanische Dirigent John Axelrod ist begeistert von der Idee, Filmmusik von einem großen Orchester spielen zu lassen. Und setzt diese Idee im Rahmen der “Hollywood in Vienna”-Gala am Donnerstag (16. September) im Wiener Konzerthaus um: Unter seiner musikalischen Leitung führt das ORF Radio-Symphonieorchester Melodien bekannter Hollywoodproduktionen auf, mit dabei sind Stargäste wie die Komponisten Howard Shore (“Herr der Ringe”) und Klaus Badelt (“Fluch der Karibik”).

Unter dem Titel “Abenteuerwelten” und vor einer Großbildleinwand stehen ein Orchester, ein Chor und Solisten bereit, bekannte Filmmusiken aus “Avatar”, “Fluch der Karibik” oder “Jurassic Park” zum Besten zu geben; die norwegische Jazz-Vokalistin Rebekka Bakken wird zudem Shores Oscar-prämiertes Lied “Into the West” (aus “Herr der Ringe – Rückkehr des Königs”) performen. Am Dirigentenpult finden sich neben Howard Shore auch der deutsche Komponist Klaus Badelt und der österreichische Komponist Christian Kolonovits (“Nordwand”) wieder.

Bereits zum dritten Mal findet die Gala statt, die heute, Dienstag, Thema eines Pressegesprächs in der Universität für Musik und darstellende Kunst war. Für Initiatorin Sandra Tomek liegt Wien als Austragungsort einer Filmmusik-Gala nahe, habe doch der einst in die USA emigrierte österreichische Komponist Max Steiner “die Filmmusik quasi erfunden”. “Steiner war der Erste, der Filmmusik mit großem Orchester komponierte”, so Tomek. Die Rede ist von seiner Komposition für “King Kong” in den 1930er Jahren. “Ich gehe so weit, zu behaupten”, ergänzte Axelrod “bewusst provokant”, “dass die Filmmusik als Dritte Wiener Schule bezeichnet werden kann. Österreichische Komponisten wie Steiner und Erich Wolfgang Korngold (komponierte 1934 für Max Reinhardts Film “Ein Sommernachtstraum”, Anm.) haben einst den Grundstein zu Filmmusik gelegt, wie wir sie heute kennen.”

Um das hervorzuheben, vergibt die Stadt Wien im Rahmen der Gala den “Max Steiner Lifetime Achievement Award”. Nach Vorjahres-Preisträger John Barry (“James Bond – Goldfinger”) wird heuer der gebürtige Kanadier Howard Shore geehrt, der für seine Komposition der Filmmusik zur “Herr der Ringe”-Trilogie unter anderem drei Oscars und vier Grammys gewann. “Für mich ist es eine Ehre, einen Preis mit Steiners Namen zu erhalten”, so Shore beim heutigen Pressegespräch. Ein Teil seiner zweistündigen “The Lord of the Rings Symphony”, die bereits mehr als 140 Mal weltweit in Konzerthäusern aufgeführt wurde, markiert den Höhepunkt der Gala am Donnerstag.

Bereits im Vorfeld steht Wien im Zeichen der Filmmusik. Nach dem gestrigen Auftakt durch die “Film Composers Lounge” im Jazzlokal Porgy and Bess, begeisterte heute vor allem Klaus Badelt beim “International Film Music Symposium” an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Neben Howard Shore, der gemeinsam mit dem Filmmusikjournalisten Doug Adams das Buch “The Music of the Lord of the Rings” vorstellte, und Rick Porras, dem Co-Produzenten der Trilogie, wurde Badelt eingeladen, um über seine “Fluch der Karibik”-Komposition zu sprechen. “Nicht schon wieder Piraten”, war Badelts Reaktion auf die Einladung nach Wien, “ich habe doch auch gute Sachen geschrieben.” Warum Badelt zu einem Vortrag und Workshop im Rahmen des Symposiums geladen war, verstand er jedoch bis zuletzt nicht: “Ich finde es eigentlich lustig, dass es Menschen gibt, die sich dafür interessieren, dass wir Filmmusik machen.”

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