Hohe Haftstrafen im Kokain-Prozess in Korneuburg

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Ein zweitägiger Kokain-Prozess hat am Donnerstagabend in Korneuburg mit hohen Haftstrafen geendet. Die sechs Angeklagten aus Großbritannien, den Niederlanden, Bosnien-Herzegowina und Marokko wurden wegen Suchtgifthandels bzw. der Beitragstäterschaft - nicht rechtskräftig - zu Freiheitsstrafen im Ausmaß von 13, zwölf, zehn und neun Jahren verurteilt.

In dem Verfahren war es um 204 Kilogramm Kokain im Wert von 50 Mio. Euro gegangen, das für die Niederlande bestimmt war. Laut Anklage hatte ein verdeckter Ermittler, der heute Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt wurde, als Spediteur getarnt im Auftrag des Erstangeklagten eine aus Südamerika nach Antwerpen (Belgien) verschiffte, aber “verloren gegangene” Lieferung wieder beschafft und in Kooperation mit den belgischen Behörden nach Österreich bringen lassen, um an die Drogenhändler heranzukommen. Das Kokain war, in Sporttaschen verpackt, in einer Fracht Kaffee versteckt gewesen.

Das Suchtgift sollte im Februar in einer Fabrikshalle in Stockerau übergeben werden. Dort wurde der Undercover-Polizist allerdings nicht wie vereinbart entlohnt, sondern mit einer Pistole bedroht und gezwungen, seinen Kontaktmann anzurufen und sich zu fesseln. In einem günstigen Moment griffen jedoch die auf der Lauer liegenden Kollegen des Einsatzkommandos Cobra zu.

Der Erst-, Zweit- und Sechstangeklagte hatten sich des Drogenhandels schuldig bekannt. Hinsichtlich der gefährlichen Situation für den Ermittler hatte die Staatsanwaltschaft erpresserische Entführung angeklagt. Dem folgten die Geschworenen nicht: Sie entschieden auf schwere Nötigung und Freiheitsentziehung. Die dennoch hohen Haftstrafen begründete das Gericht mit der enormen Menge des Suchtgifts.

13 Jahre gab es für den Zweitangeklagten (30, Niederlande), der den verdeckten Ermittler mit einer Pistole bedroht hatte, acht Jahre für den Briten, der den Deal eingefädelt hatte. Die übrigen wurden als Beitragstäter verurteilt.

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