Hohe Cholesterinwerte: Neuer Therapieansatz in Wien

Zwei Injektionen pro Jahr reduzieren LDL-Cholesterin um die Hälfte.
Zwei Injektionen pro Jahr reduzieren LDL-Cholesterin um die Hälfte. ©APA/ANNIEV KOSTA
In Wien ist am vergangenen Wochenende weltweit erstmals ein neues Medikament gegen erhöhte Cholesterinwerte an der Klinischen Abteilung für Kardiologie von AKH Wien und MediUni Wien verwendet worden

Mit nur zwei Injektionen im Jahr wird so das LDL-Cholesterin um die Hälfte reduziert, hieß es am Freitag.

Innovativer Wirkstoff von Inclisiran

Der Effekt ist damit vergleichbar mit jenem einer täglichen Medikamenteneinnahme. Gemeinsam mit der Standardtherapie kann mit dem neuen Wirkstoff das LDL-Cholesterin um mehr als 80 Prozent gesenkt werden. Der innovative Wirkstoff von Inclisiran gibt nun eine vielversprechende Perspektive, so Walter Speidl von der Klinischen Abteilung für Kardiologie von MedUni Wien und AKH Wien, an der kardiologische PatientInnen mit Störungen des Fettstoffwechsels behandelt werden.

Der Wirkstoff nutzt den 2006 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten RNA-Interference-Mechanismus. Durch diesen wird die Bildung des Proteins PCSK9, das am Fettstoffwechsel beteiligt ist und das schlechte LDL-Cholesterin im Blut erhöht, bereits in der Leberzelle gehemmt.

Neue Therapie gegen erhöhte Cholesterienwerte in Wien getestet

"Der neue Wirkstoff ermöglicht, dass die Leberzelle deutlich mehr LDL-Cholesterin aufnehmen und verarbeiten kann, wodurch weniger LDL-Cholesterin in die Blutstrombahn gelangt und eine weitere gefährliche Ablagerung in der Gefäßwand verhindert wird", erklärten Klaus Distelmaier und Konstantin Krychtiuk von der Klinischen Abteilung für Kardiologie die neuartige Therapie. In Studien hat sich eine sehr gute Verträglichkeit des Wirkstoffes gezeigt. Da nur zwei Injektionen jährlich notwendig sind, ist eine hohe Akzeptanz und Therapietreue der Patienten zu erwarten.

"Wir denken, dass diese neue Medikamentenart das Potenzial hat, zu einem der meist verschriebenen Medikamente weltweit zu werden und das Lipidmanagement langfristig zu revolutionieren," äußerte sich Christian Hengstenberg, Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin II und der Klinischen Abteilung für Kardiologie von AKH Wien und MedUni Wien optimistisch.

(APA/Red)

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