Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Hochzeit im norwegischen Königshaus

Nicht jede Physiotherapeutin wird vom König höchstpersönlich zum Traualtar geführt - Märtha Louise schon. Die 30-Jährige heiratet den Skandal-Autor Ari Behn.

Die 30-Jährige ist die Tochter von König Harald von Norwegen. Am Freitag heiratet die Prinzessin in Trondheim den ein Jahr jüngeren Skandal-Autoren Ari Behn.

Als hätte das nordische Königreich mit der Hochzeit von Kronprinz Haakon und der bürgerlichen Mutter Mette-Marit im August noch nicht genug über standesgemäßes Heiraten diskutiert, will Märtha Louise ausgerechnet mit einem Mann von zweifelhaftem Ruf ihr Leben teilen. Behn machte sich vor allem durch exzentrische Dokumentarfilme und wilde Partys einen Namen.

Laut einer Umfrage der Zeitung „Dagbladet“ glauben 43 Prozent der Norweger, dass die Vermählung von Behn und Märtha Louise der norwegischen Monarchie schade. Nur neun Prozent glauben das Gegenteil. 24 Prozent meinen, Behn gebe mit seinen Eskapaden ein schlechtes Beispiel ab: In einem Dokumentarfilm über Las Vegas hatte sich der 29-Jährige mit koksenden Prostituierten in einem Hotelzimmer gezeigt. Öffentlich distanzierte er sich später vom Drogenmilieu.

Behn wäre ein Image als angesehener Intellektueller lieber. Zu einem 90-seitigen Buch mit dem Titel „Scheiß-Traurigkeit“ hat es der Boheme schon gebracht – vier Jahre dauerten die offenbar mühsamen Arbeiten an dem Manuskript. Sein zweiwöchiger Aufenthalt nach dem 11. September an der pakistanisch-afghanischen Grenze amüsierte die Norweger: Ein Intellektueller müsse sich an Ort und Stelle ein Bild vom Geschehen machen, hatte Behn betont.

Doch König Harald ist das Glück seiner Ältesten wichtiger als Tradition und öffentliche Meinung. So begleitet er Märtha Louise selbstverständlich am Freitag in die Kathedrale von Trondheim, in der seit Bestehen der Monarchie 1905 alle norwegischen Könige gekrönt wurden. Die gekrönten Häupter Europas lassen sich ebenfalls von der Klatsch-Presse nicht die Lust am Feiern verderben: Königin Margrethe II. von Dänemark hat sich angekündigt; der schwedische Prinz Carl Philipp kommt mit seinen Schwestern Madeleine und Victoria, Prinz Edward von England soll dabei sein, und der niederländische Prinz Willem Alexander erscheint mit Maxima. Aus Spanien kommt Prinz Felipe, dessen inzwischen beendete Beziehung zu einem norwegischen Unterwäschemodel die Spanier entsetzt hatte.

Während Felipe dem Druck der Öffentlichkeit nicht standhielt, stehen Ari und Märtha Louise trotzig zu ihrem Glück. „Was auch immer die Leute sagen, uns geht es sehr gut, weil wir zusammen sind“, sagte Behn vergangene Woche im Rundfunksender NRK. Ihren Traummann traf die passionierte Reiterin Märtha Louise dank ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin, die sie nach einem Literaturstudium an der Universität Oxford in ihrer Heimat absolvierte. Ihre Lehrerin stellte der Prinzessin ihren Sohn vor: Ari Behn. Der Spross von Hippie-Eltern besuchte nach dem Abitur eine Pädagogik-Schule und studierte dann Theologie und Philosophie. Er arbeitete in einem Kindergarten, als Lagerarbeiter und schließlich als TV-Produzent.

Dass Märtha Louise für Ari ihren Titel „Königliche Hoheit“ aufgibt, empfindet sie als „Befreiung“. „Ich weiß nicht, wofür Prinzessinnen heute noch gut sein sollen“, sagte sie in einer im vergangenen Jahr erschienenen Biografie. „Aber ich weiß, dass ich dazu beitragen kann, ihre Rolle zu definieren“. Von ihren offiziellen Aufgaben weitgehend entbunden, sieht sie ihre private Rolle erst einmal als Chefin ihrer „Prinzessin Märtha Louise Kulturstiftung“.

Die schillernden Persönlichkeiten des Paares spiegeln sich laut Märtha Louise auch in den offiziellen Hochzeitsfarben wider: Statt Schwarz und Weiß haben die beiden Pink und Mintgrün gewählt. Die kleine westnorwegische Stadt Trondheim leuchtet schon ganz in den grellen Farben. In den Schaufenstern prangen Porträts des Paares, und ein Wäschegeschäft wirbt mit Unterwäsche in den Hochzeitsfarben. Auf der Strecke, die zur Kirche führt, prangt bereits der Blumenschmuck. Einzig ein Streik der norwegischen Hotelbranche hatte den Organisatoren zu schaffen gemacht. Doch eine Woche vor der Feier beendeten die Angestellten glücklicherweise ihren Arbeitskampf.

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Promis
  • Hochzeit im norwegischen Königshaus
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.