Hochzeit als Geschäft: Wedding Planner als Profi-Beruf

Das Organisieren von Hochzeiten ist ihr Job: Derzeit gibt es in Österreich rund 60 Wedding Planner, davon etwa die Hälfte in Wien. Nun wurde erstmals ein Berufsbild für die junge Branche erstellt. Ziel sei es, die Professionalisierung des Berufs voranzutreiben.

“Wenn man selber geheiratet hat, heißt das nicht, dass man die Hochzeit für Dritte organisieren kann”, unterstrich Klaus-Christian Vögl, Geschäftsführer der Fachgruppe Freizeit- und Sportbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer, am Montag bei einer Pressekonferenz. Vielmehr bedürfe es einer Ausbildung: Ein entsprechender Lehrgang wird am WIFI angeboten.

Die Aufgabe eines Wedding Planners ist es, eine Hochzeit zu konzipieren und zu organisieren. Durch Ausbildung und Professionalisierung des Berufs soll dem Trend zu sogenannten Bauchladen-Unternehmen entgegengewirkt werden. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die “alles aus einer Hand und unter eigenem Namen anbieten” – von der Torte bis zur Dekoration, erklärte Vögl. Gewisse Leistungen dürfen Hochzeitsplaner aus rechtlichen Gründen nämlich gar nicht erbringen: Die Hochzeitstorte gehört vom Konditor gebacken, der Brautstrauß vom Floristen gebunden. Das neu erstellte Berufsbild umfasst daher nicht nur die Ausbildung der Hochzeitsplaner, sondern auch ihr Leistungsportfolio – also welche Leistungen sie selber erbringen dürfen und welche nicht.

Der Lehrgang am WIFI Wien beschäftigt sich mit betriebswirtschaftlichen Aspekten wie der Unternehmensgründung und den rechtlichen Grundlagen zur Erlangung der Gewerbeberechtigung, aber auch mit sämtlichen Bereichen, die es bei der Hochzeitsplanung zu beachten gilt: Angefangen von Hochzeitskleid, Frisur und Make-up über den Ehevertrag bis hin zu Trauungszeremonien und Konflikt- sowie Pannenmanagement. “Im Kurs wird nicht nur Theorie gelehrt, sondern auch praktisches Wissen vermittelt”, erklärte Lehrgangsleiterin Angela Lindner, selbst Wedding Plannerin. Sie erstellte das Konzept für die Ausbildung. Das Kursprogramm beinhaltet unter anderem die Besuche von Geistlichen verschiedener Glaubensrichtungen.

Der Lehrgang hat seit 2009 dreimal stattgefunden, umfasst 72 Lehreinheiten und kostet 850 Euro. Bisher wurde er von 41 Personen besucht, die sich nun “ausgebildete Wedding Planner” nennen dürfen. Rund die Hälfte der Teilnehmer machte die Ausbildung um sich beruflich neu zu orientieren. Es gibt drei Teilnahmevoraussetzungen: Das Mindestalter von 21 Jahren, eine abgeschlossene Schulausbildung sowie Kenntnisse im Projektmanagement. “Jeder, der nicht gerne organisiert oder plant, ist fehl am Platz”, so Lindner. Die Ausbildung soll schon bald in den Bundesländern angeboten werden. Zusätzlich will die Wirtschaftskammer ein Gütesiegel für Wedding Planner einführen.

Obwohl sich die Zahl der Trauungen im Abwärtstrend befindet – im Jahr 2009 gaben sich laut Statistik Austria österreichweit rund 35.500 Paare das Ja-Wort -, sei der Markt für Hochzeitsplaner noch lange nicht gesättigt: “Es gibt großes Potenzial”, unterstrich Lindner. Dieses liege auch an den verschiedenen Spezialisierungen: So könnten neben Österreichern, die in ihrer Heimat heiraten wollen, auch ausländische Paare, die sich in der Alpenrepublik das Ja-Wort geben wollen oder heimische Paare, die sich im Ausland vermählen wollen, betreut werden.

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