Hochwasserschaden bei Autos: So hoch darf das Wasser stehen

Kommt Wasser in den Motor, darf auf keinen Fall gestartet werden.
Kommt Wasser in den Motor, darf auf keinen Fall gestartet werden. ©APA/dpa/Daniel Karmann
Vom Hochwasser betroffene Fahrzeuge dürfen auf keinen Fall selbst gestartet werden, warnt der ÖAMTC. Wenn sich Wasser im Zylinder befindet, kann ein Motorschaden die Folge sein.

Vom Hochwasser betroffene Fahrzeuge dürfen nicht selbst gestartet werden, warnt der ÖAMTC: "Wenn der Motorraum mit Wasser in Kontakt gekommen ist, muss aus Sicherheitsgründen eine Abschleppung erfolgen", erläuterte Techniker Steffan Kerbl. "Wenn sich Wasser im Zylinder befindet, kann bei einem Startversuch der sogenannte Wasserschlag auftreten, ein Motorschaden kann die Folge sein."

Schäden durch Sand und Wasser

Sand und Wasser im Fahrzeuginneren demnach können Schäden an Fahrwerk und Bremsen auslösen, die sich eventuell erst Monate nach dem Unglück zeigen. Eine Überprüfung des Bremssystems durch einen Fachmann wird angeraten.

So erkennt man, was nach dem Hochwasser am Kfz überprüft werden sollte: Ist die Wasserlinie unterhalb der Felgenmitte, sind in der Regel keine Funktionsprobleme zu erwarten. "Nur die Traggelenke und Spurstangengelenke sollten überprüft und gegebenenfalls getauscht werden", riet der ÖAMTC-Techniker.

So hoch darf das Wasser stehen

Wenn die Wasserlinie über der Radmitte liegt, sind bereits Radlager und Antriebswellen betroffen. War das Fahrzeug diesen Bedingungen über mehrere Stunden oder Tage ausgesetzt, ist wohl Wasser in die Lager und Gelenke eingedrungen. "Dort bleibt es leider auch nach Absinken des Wasserspiegels", sagte Kerbl. Ebenfalls betroffen ist der Auspuff, der durch das Wasser korrodieren kann.

Steigt der Wasserspiegel über die Türunterkante, dringt Wasser in den Innenraum und in die Hohlräume der Karosserie ein. So können tiefer liegende Teile der Elektrik Schaden nehmen. "Ein Werkstattaufenthalt ist unausweichlich."

Fachgerechte Trockenlegung nötig

Ist die Motorhaube unter der Wasserlinie, dringt auch Wasser in den Ansaugtrakt des Motors und über den Auspuff bis zu den Auslassventilen. Ein Starten, so der Starter überhaupt noch funktioniert, muss auch nach Sinken des Wasserniveaus unterlassen werden. Fahrzeuge, die mehrere Stunden derart tief im Wasser waren, müssen anschließend gründlich in einer Fachwerkstatt trockengelegt werden. Bei Fahrzeugen älteren Datums kommen die Reparaturkosten einem Totalschaden gleich.

Auch am Dienstag waren noch Straßenverbindungen in den betroffenen Gebieten unterbrochen. Informationen über Behinderungen und Sperren findet man auf der ÖAMTC-Homepage.

(APA/red)

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