Hitler verherrlicht: Lehrer aus Militärakademie vor Gericht

Der Verdächtige beteuert seine Unschuld.
Der Verdächtige beteuert seine Unschuld. ©APA
Ein 50-jähriger Lehrer der Militärakademie Wiener Neustadt soll Bilder verschickt haben, die Hitler und den Nationalsozialismus verherrlichen. Der Verdächtige ortet eine Intrige seiner Kollegen, weiß nicht, ob er die Bilder verschickte und war zum Zeitpunkt eventuell betrunken.

Ein 50 Jahre alter Klagenfurter, der als Pädagoge an der Militärakademie in Wiener Neustadt unterrichtet, ist am Mittwoch in Klagenfurt vor einem Geschworenengericht gestanden. Laut Anklage hat er Bilder verschickt, die Adolf Hitler verharmlosen bzw. verherrlichen. Vor Richter Dietmar Wassertheurer bestritt der Mann alle Vorwürfe. Er vermute eine Intrige, um ihm zu schaden.

"Viel zu früh aus dem Leben geschieden"

Unter den Bildern war eines, auf dem Bob Marley, Amy Winehouse, James Dean, Marilyn Monroe, Elvis Presley und eben Adolf Hitler mit dem Text unterlegt sind: "Viel zu früh aus dem Leben geschieden. Aus unseren Herzen aber nie." Dazu gab es einen mit der Unterschrift "Adolf Hitler" gezeichneten und mit Hakenkreuz und Reichsadler bedruckten "Covid-19 Reisestabskommando Oberpfalz Nord - Passierschein-Sonderausweis", der eine Aussetzung der Covid-19 Ausgangsbegrenzung und uneingeschränkte Reisefreiheit zu jeder Tages- und Nachtzeit im gesamten Deutschen Reich garantiere. Staatsanwältin Nicole Sembach betonte, es brauche für einen Verstoß gegen das Verbotsgesetz nicht einmal eine rechte Gesinnung, es reiche bereits das Verbreiten der den Nationalsozialismus verharmlosenden Bildern.

Lehrer weiß nichts über Bilder und war wohl betrunken

Verteidiger Philipp Tschernitz erklärte, sein Mandant sei nicht schuldig, am Beginn sei eine anonyme Anzeige gestanden. Als er Besuch von den Verfassungsschützern erhalten habe, hätte er das Mobiltelefon ausgefolgt, die Untersuchung habe nichts erbracht. Er wisse nicht mehr, ob er die Bilder verschickt habe, wenn er das getan habe, dann sei er wohl betrunken gewesen.

Der Angeklagte selbst bestritt in seiner Einvernahme vehement, die Bilder verschickt zu haben. Er erklärte, es müsse sich um die Intrige einer Kollegin handeln, die sich einen Job an der Akademie erhofft habe. Diese dürfte, so seine Erklärung, die Fotos von seinem Handy abfotografiert haben. Dieses lasse er während des Unterrichts immer in der Kanzlei liegen. Es sei bereits alt und die Fingerabdruckkontrolle funktioniere nicht mehr.

50-Jähriger von Dienst suspendiert

Der 50-jährige Englischlehrer wurde vom Bundesheer nach Bekanntwerden der Vorwürfe vom Dienst suspendiert, wie Bundesheersprecher Michael Bauer auf APA-Anfrage erklärte. Nun warte man den Ausgang des Strafverfahrens ab.

(APA/red)

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