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Hitler-Kaffeesahne in der Schweiz: Herstellerfirma droht nun die Pleite

Hitler auf Kaffeesahne: SMigros entschuldigte sich, Karo-Versand findet Kritik übertrieben.
Hitler auf Kaffeesahne: SMigros entschuldigte sich, Karo-Versand findet Kritik übertrieben. ©APA, AP
In der Schweiz sind Kaffeesahne-Verpackungen mit Porträts von Hitler und Mussolini aufgetaucht. Der Supermarktkette Migros ist es peinlich, die Herstellerfirma empfindet die Kritik jedoch als übertrieben. Das wiederum stößt Migros sauer auf - die Geschäftsbeziehungen wurden nach dem Wirbel um die Kaffeesahnedeckel abgebrochen.

Wie am Mittwoch berichtet, haben Porträts der Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini auf Kaffeesahne-Packungen Empörung in der Schweiz ausgelöst. Die Supermarktkette Migros, deren Tochterfirma Elsa die Ware vertrieben hatte, entschuldigte sich am Mittwoch und sprach von einer “unverzeihlichen Fehlleistung”.

Karo-Versand: Kritik übertrieben

Die Herstellerfirma  die die Motive ausgewählt hatte, fand die Kritik übertrieben. Die Bilder gehörten zu einer Fotoreihe, die seit zwei Jahren für Sammler auf dem Markt sei, wird der Geschäftsführer der Karo-Versand GmbH zitiert. Er verstehe nicht, warum es jetzt zu einem solchen Medienrummel komme. Zwar sei schlimm, was unter Hitler geschehen sei, doch könne dieser Teil der Geschichte nicht ignoriert werden.

 

Migros distanziert sich von Karo-Versand

Migros bezeichnete diese Äußerungen als inakzeptabel. “Wir distanzieren uns in aller Form von der Karo-Versand GmbH und brechen die Geschäftsbeziehungen per sofort ab”, erklärt das Unternehmen. Peter Wälchi, der Geschäftsführer der Herstellerfirma zeigt sich gegenüber dem Newsportal “20 Minuten” bestürzt – der Verlust des Migros-Auftrags würde den Todesstoß für das kleine Unternehmen bedeuten, erklärt er. Auch die Kaffeesahnedeckel-Sammlerszene in der Schweiz würde dies schwer treffen, erklärt Wälchi: “Wenn wir aufhören, müssen sich die 5000 Schweizer Sammler eine neue Beschäftigung suchen, weil sie nicht mehr feststellen können, ob eine Serie vollständig ist.” Laut Aussagen des Geschäftsführers sei die Auflage mit Hitler und Mussolini nur für Sammler gedacht gewesen.

 

Shampoo, Wein, Spielzeug: Hitler als Werbefigur

In der Schweiz haben die Kaffeesahne-Packungen mit Hitler-Bildchen Irritationen ausgelöst. Manchmal wird der Diktator aber auch ganz gezielt für Werbezwecke genutzt:

  • RESTAURANT: Nazi-Dekor an den Wänden, Kellner in SS-Uniform und “Nazi-Goreng” als Spezialität des Hauses: Nach Medienwirbel wird das “SoldatenKaffee” in der indonesischen Stadt Bandung 2013 geschlossen.
  • SHAMPOO: Eine türkische Werbeagentur stoppt nach Protesten im März 2012 einen Werbespot für ein Haarshampoo mit Filmaufnahmen von Adolf Hitler.
  • ANTI-AIDS-KAMPAGNE: 2009 erregt ein Werbespot im Netz Aufsehen, der Hitler beim wilden Beischlaf zeigt. Unter dem Slogan “Aids ist ein Massenmörder!” will der Verein Regenbogen (Saarbrücken) auf die HIV-Problematik hinweisen. Nach Protesten sperrt Youtube das Video.
  • MODEGESCHÄFT: Ebenfalls 2009 taufen Ladenbesitzer in der indischen Stadt Ahmedabad ihr Geschäft für Herrenbekleidung “Hitler” – mit einem Hakenkreuz statt I-Punkt. Nach Protesten kündigten sie die Umbenennung an.
  • SPIELZEUG: In den Spielzeugregalen der ukrainischen Hauptstadt Kiew wird nach Angaben der Wochenzeitung “Serkalo Nedeli” 2008 eine Hitler-Puppe angeboten. Wie bei einer Barbie habe sich bei der 40 Zentimeter großen Figur die Kleidung wechseln lassen.
  • WEIN: In Norditalien sorgt in den vergangenen Jahren immer wieder Wein mit Hitler-Etiketten für Aufregung. Die damalige Justizministerin Brigitte Zypries fordert ihren italienischen Amtskollegen 2003 deshalb zum Handeln auf.

(APA, DPA, VOL.AT)

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