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"Hitler Balkon" in Wien: Haus der Geschichte sucht Ideen für Nutzung

Das Haus der Geschichte sucht ab sofort Ideen für die Nutzung des "Hitler Balkons".
Das Haus der Geschichte sucht ab sofort Ideen für die Nutzung des "Hitler Balkons". ©APA/Georg Hochmuth
Ab sofort sucht das Haus der Geschichte Ideen für die Nutzung des "Hitler Balkons" am Wiener Heldenplatz. Eine öffentliche Webausstellung und Präsentation der am besten bewerteten Einreichungen findet im Herbst statt.
Ewiger Schatten über dem Heldenplatz
"The Voices" zum Gedenken an den Anschluss"
Klanginstallation am Wiener Heldenplatz

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) sucht ab sofort Ideen für die künftige Nutzung des im allgemeinen Sprachgebrauch “Hitler-Balkon” genannten Altans der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz. Die Einreichungen werden laufend in einer Webausstellung präsentiert, die am besten bewerteten Einsendungen sollen im Herbst in einer Veranstaltung diskutiert werden.

“Er ist einer der meistdiskutierten Orte Österreichs und wurde gleichzeitig jahrzehntelang tabuisiert”, heißt es in einer Aussendung des hdgö am Donnerstag. Die Rede ist von jenem “Balkon”, von dem Adolf Hitler am 15. März 1938 die Rede zum “Anschluss” Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich hielt. Gesucht werden Zeichnungen, Collagen oder Montagen, aber auch Handyfotos von Orten oder Szenen, die auf dem Altan stattfinden könnten. Die Beiträge werden auf heldenplatz.hdgoe.at hochgeladen und dort präsentiert.

Altan kann aus sicherheitstechnischen Gründen nicht betreten werden

“Mit dieser Aktion laden wir zu einer Diskussion in Bildern ein. Wir möchten ganz direkt und unmittelbar zu einer öffentlichen und breiten Auseinandersetzung mit diesem belasteten Ort aufrufen”, so hdgö-Direktorin Monika Sommer. Der Altan kann derzeit aus sicherheits- und klimatechnischen Gründen nicht betreten werden, das müsse jedoch nicht so bleiben.

Bereits seit März 2018 läuft zum Gedenken an den 80. Jahrestag des “Anschlusses” die Klanginstallation “The Voices” der schottischen Turner-Preisträgerin Susan Philipsz, in deren Rahmen sich täglich um 12.30 Uhr und um 18.30 Uhr ein zarter Klangraum über den Heldenplatz legt, um jener Stimmen zu gedenken, die mit Vollzug des “Anschlusses” zum Schweigen gebracht wurden.

“Wir müssen darüber nachdenken, wie es mit dem Altan weitergeht. Aktuell können wir nur die Fläche vor dem Altan im Prunkstiegenhaus der Neuen Burg nutzen, um mit wechselnden Installationen ein thematisches ‘Gegengewicht’ zum historisch belasteten Ort zu schaffen. Diese ersetzen eine aktive Diskussion um den Umgang mit dem Altan nicht, sie sollen sie intensivieren”, so Sommer. Die Ausstellungsfläche wurde mit der Eröffnung des hdgö in Alma Rosé-Plateau umbenannt.

(APA/Red)

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