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Hitchcock - Trailer und Kritik zum Film

Das historische Biopic ist wieder in Mode - so konnte der geneigte Kinogänger in den vergangenen Monaten eine Woche mit Marilyn Monroe verbringen, den britischen König George beim Sprachkurs begleiten, Margaret Thatcher beim Vergessen zusehen oder Hannah Arendt beim Denken. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Nun ist es Regielegende Alfred Hitchcock, der für die Dauer des Drehs seines revolutionären Klassikers “Psycho” von Anthony Hopkins wieder zum Leben erweckt wird – im bezauberndem Spielfilmdebüt “Hitchcock” von Regisseur Sacha Gervasi. Ab Freitag in den heimischen Kinos.

Als Klammer tritt die Titelfigur tatsächlich vor das Publikum und stimmt mit direktem Blick in die Kamera auf das kommende Geschehen ein – um sich nach eineinhalb Stunden entsprechend zu verabschieden. Diese augenzwinkernde Reminiszenz an das legendäre TV-Format “Alfred Hitchcock präsentiert…” inklusive dem dazugehörigen “Trauermarsch für eine Marionette” von Charles Gounod gibt den Ton für das wagemutige Unterfangen vor, einen der bekanntesten – und in seiner Körperlichkeit zweifelsohne markantesten – Regisseure der Kinogeschichte zu würdigen.

“Hitchcock”: Augenzwinkerndes Porträt eines Film-Verrückten

Das große Pfund, mit dem Gervasi dabei wuchern kann, sind seine beiden Hauptdarsteller: Hopkins ist unter der großartigen Fettmaske praktisch nicht zu erkennen, käme da nicht die markante Hannibal-Lecter-Diktion an der einen Stelle durch. Er zeichnet einen Umriss der Person Hitchcock samt der Obsessionen mit seinen Hauptdarstellerinnen und seinen Kämpfen um Anerkennung im Studiosystem.

Helen Mirren spielt Hitchcocks Ehefrau Alma Reville als eigenständige Person, nicht nur als Anhängsel eines großen Mannes. So könnte “Hitchcock” auch “Die Hitchcocks” heißen, da es sich letztlich um die Geschichte der großen Liebe eines sympathischen Paares handelt, das trotz aller Probleme und Eifersüchteleien immer wieder den Weg zueinander findet. Auch für die Trabanten, welche diese beiden Planeten umkreisen, sind renommierte Darsteller verpflichtet, wenn etwa Scarlett Johansson mit angenehm unaufdringlichem Spiel “Psycho”-Star Janet Leigh gibt oder Toni Collette als Hitchcocks rührige Sekretärin Peggy Robertson auftritt.

Mag Regisseur Gervasi ein wenig viele Genres in sein Werk packen, wenn er zusätzlich zum bisweilen dramatischen Paarporträt, der Komödie und der Filmhistorie auch noch Realität und Fiktion verschneidet, als er “Hitch” in zunehmend surrealen Dialogen mit dem realen Vorbild (Michael Wincott) für die “Psycho”-Hauptfigur Norman Bates sprechen lässt. Die augenzwinkernde Ironie lässt er jedoch nie lange außer Acht und profitiert von seinem Grundansatz, wie in “My week with Marilyn” oder “Hannah Arendt” auf eine überschaubare Episode aus dem Leben der Titelfigur zu fokussieren. Die Bernard-Herrmann-Pastiche als Soundtrack durch Danny Elfman ist da dann nur mehr das Sahnehäubchen.

(APA)

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