Historisches Elferschießen möglich

Es ist de facto ein Spiel wie in der K.o.-Runde. Die Konstellation in Gruppe A macht es möglich, dass es im Spiel zwischen der Türkei und Tschechien am Sonntag in Genf einen Sieger geben muss.

Beide Teams liegen hinter Gruppensieger Portugal auf Tabellenplatz zwei – mit gleich vielen Punkten, erzielten und erhaltenen Toren. Nur ein Team zieht ins Viertelfinale der EURO 2008 ein, trifft dort am 20. Juni in Wien auf Kroatien.

Sollte die Begegnung unentschieden enden, würde erstmals in der EM-Geschichte nach 90 Minuten ein Elfmeterschießen über den Aufstieg entscheiden. Diese neue Regel tritt nur in Kraft, wenn es sich beim direkten Duell der beiden betroffenen Teams um das abschließende Gruppenspiel handelt. Würden etwa Österreich und Polen nach ihren Montag-Spielen in Gruppe B ebenfalls punkt- und torgleich sein, würde der UEFA-Koeffizient für Polen entscheiden.

Wäre Tschechien – Türkei nicht das letzte Gruppenspiel, wären die Tschechen bei einem Unentschieden dank des besseren Koeffizienten weiter. Dieser errechnet sich aus den erzielten Punkten der Qualifikationen für WM 2006 und EM 2008 dividiert durch die Anzahl der Spiele. Die Regel, dass es nun zu einem Elfmeterschießen kommen könnte, war bereits im Vorfeld der EM 2004 in Portugal eingeführt worden, dort aber nicht zur Anwendung gekommen.

“Es ist immerhin besser als eine Münze zu werfen”, sagte Tschechiens Stargoalie Petr Cech. Der Chelsea-Keeper glaubt aber nicht an eine Entscheidung vom Punkt: “Wir haben es selbst in der Hand. Ich denke, wir werden die Türkei auch so bezwingen.” Trotz allen Selbstvertrauens hatte auch Tschechiens Teamchef Karel Brückner seine Mannen bereits Elfmeterschießen üben lassen. Auch die möglichen Schützen hat der 68-Jährige bereits im Kopf.

Die Türkei wird auch vor dem “Achtelfinale” von Verletzungssorgen geplagt. Kapitän Emre Belözoglu (Wadenverletzung) dürfte ebenso mit ziemlicher Sicherheit ausfallen wie Innenverteidiger Gökhan Zan (Bänderverletzung im Knie). Dazu laboriert Verteidiger Servet Cetin an Knieproblemen, vier weitere Spieler sind leicht angeschlagen. “Wir sind trotzdem zuversichtlich”, betonte Teamchef Fatih Terim. “Wir haben genug Selbstvertrauen.”

Einzig den Regen fürchten die Türken. Dieser hatte schon ihr Spiel gegen die Schweiz in Basel zerstört. Die Leistung war vor allem vor der Pause nicht zufriedenstellend gewesen. Lediglich einiges Glück und ein abgefälschter Schuss von Arda Turan in der Nachspielzeit brachten die Türken in eine derart gute Ausgangsposition. “Ich habe gebetet, dass der Regen aufhört”, sagte Terim. Wenn es die Bedingungen zuließen, dann werde sein Team gegen die Tschechen aber noch besser sein.

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