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Hirngespinster - Trailer und Kritik zum Film

In Filmen über psychische Krankheiten geht es meist um die Betroffenen, ihre Wahrnehmungen, Wahnvorstellungen, Ängste. Regisseur Christian Bach nähert sich diesem Thema aus einer anderen Perspektive.

Sein Kinodebüt “Hirngespinster” erzählt aus der Sicht eines 22-Jährigen, dessen Alltag schon immer von der Schizophrenie des Vaters (gespielt von Tobias Moretti) bestimmt wurde. Ab Freitag im Kino. Moretti und der 24-jährige Jonas Nay brillieren als Vater und Sohn in diesem einfühlsam inszenierten Familiendrama, das durch seine schlichte Erzählweise eine große Wucht entfaltet und dennoch nicht erdrückend wirkt, da immer wieder auch Raum ist für Leichtigkeit und bisweilen etwas absurden Humor. “Hirngespinster” ist deshalb nicht nur Drama, es ist auch eine anrührende Coming-of-Age-Geschichte und ein Plädoyer für die Liebe, in guten und erst recht in schlechten Zeiten.

Hirngespinster: Die Geschichte

Simon steht vor einem Dilemma: Soll er wie bisher versuchen, die Familie zusammenzuhalten, um seiner achtjährigen Schwester einen erträglichen Alltag zu ermöglichen? Oder sollte er mit 22 nicht endlich sein eigenes Leben führen? Statt zu studieren, arbeitet er als Busfahrer für Schulkinder. Er will bereit sein, wenn sein Vater Hans wieder einen psychotischen Schub bekommt. Lange ging es gut. Doch als ein Nachbar eine Satellitenschüssel installiert, bricht alles auseinander. Der Vater fühlt sich durch Strahlen manipuliert, verstrickt sich in Angst und Wahn und rastet schließlich aus. Für Simon wird alles unwichtig – Studium, Freunde und die zarte Liebe zu der Medizinstudentin Verena, die ihn mit einer schlichten Frage zum Nachdenken bringt: “Und, was hoffst du für dich?”.

Moretti spielt diesen Vater zwischen Normalität und panischer Raserei beängstigend gut. Sein Hans ist stark, sympathisch. “Ich wollte für die Rolle einen kantigen Kerl haben. Mit Schneid, mit Charisma, mit einer starken, auch maskulinen Präsenz. Kein Opfer oder schwachen Menschen, dem man seine psychischen Probleme auf den ersten Blick ansieht”, sagt Regisseur Bach. Morettis Gegenstück ist Jonas Nay, der seiner Figur Simon große Wärme und Vielschichtigkeit verleiht.

Hirngespinster: Die Kritik

Es ist eine sehr persönliche Geschichte für den Regisseur, beruht sie doch in Grundzügen auf den Erlebnissen eines Jugendfreundes. Deshalb stand für ihn fest, wie er den Film erzählen wollte: stringent aus der Perspektive des Sohnes und nicht aus der wahnhaften Sicht des Vaters. “Das Thema wird oft ausgeschlachtet für dramaturgische Effekte, wie beim klassischen Psychothriller”, sagt Bach. “Ich wollte einen realistischen, lebensnahen Film machen und die Krankheit nicht als dramaturgischen Gimmick benutzen.”

Besonders beeindruckend sind die Szenen, in denen Simon seiner Mutter (Stephanie Japp) vorwirft, dass sie überhaupt Kinder bekommen hat. “Hast du vor oder nach meiner Geburt gewusst, dass du mit einem Schizo zusammen bist?”, wirft er ihr an den Kopf. Die eigene Existenz ein Fehler? Eine erschütternde Frage, auch für die Mutter, die diesen Mann immer noch liebt. Doch trotz aller bedrückender Szenen gibt es immer wieder auch leichte Momente, etwa wenn Simon trocken feststellt: “Wer hin und wieder seinen Verstand verliert, hat wenigstens einen.”

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(APA)

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