Hietzing: Werkbundsiedlung wird endlich saniert!

Werkbundsiedlung wird renoviert
Werkbundsiedlung wird renoviert ©GNU FDL
13. Bezirk, 1130 Wien: Die Werkbundsiedlung in Hietzing wird nun saniert. Die Finanzierung der Gesamtkosten von rund 10 Millionen Euro ist gesichert, teilte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig mit. Zur Abwicklung der komplexen Sanierung wurde eine eigene Gesellschaft gegründet.
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Die Werkbundsiedlung im 13. Bezirk entstand in den Jahren 1930 bis 1932 unter der Leitung des bekannten Architekten Josef Frank und wurde insgesamt von 32 namhaften Architekten der Moderne entworfen. Sie gilt heute als eines der bedeutenden Beispiele der modernen Architektur. Wegen des in den 30-er Jahren verwendeten Baumaterials besteht mittlerweile erheblicher Sanierungsbedarf.

Finanzierung gesichert

“Die Revitalisierung der Werkbundsiedlung ist nun erfolgreich auf Schiene gestellt, ihre Finanzierung gesichert”, erklärte Vizebürgermeister Michael Ludwig am Dienstag. “Jedes der Häuser muss – in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt – individuell und originalgetreu saniert werden, wobei größtenteils Maßanfertigungen erforderlich sind. So ist es notwendig, erneuerungsbedürftige Teile der Häuser – beispielsweise auch jedes einzelne Fenster bis hin zu den Scharnieren – in Handarbeit herzustellen zu lassen”, so Ludwig weiter.

Arbeiten sollen noch heuer beginnen

Die durchschnittliche Nettomiete der 48 Gemeindesiedlungshäuser beträgt 1,50 Euro/m2, die jährlichen Mieteinnahmen machen nicht mehr als rund 60.000 Euro aus. Daher springt die Stadt nun ein – “der größte Teil der Kosten” werde aus dem Zentralbudget von Wiener Wohnen finanziert. Die eigens gegründete Sanierungsgesellschaft “WISEG – Wiener Substanzerhaltungsges.m.b.H & Co KG” soll nach den Ausschreibungen noch heuer mit den Arbeiten beginnen.

Die Werkbundsiedlung Wien steht seit 1978 unter Denkmalschutz. In den Jahren 1982 bis 1985 wurde die Anlage von der Gemeinde Wien renoviert. 22 Häuser befinden sich in Privatbesitz, 48 Objekte im Eigentum der Stadt Wien – Wiener Wohnen.

Kritik der Opposition

FPÖ-Architektursprecherin Henriette Frank kritisierte, dass “das angekündigte Sanierungskonzept dem Steuerzahler unnötig teuer zu stehen kommen” würde, weil Ludwig die FPÖ-Forderungen “über viele Jahre vom Tisch gewischt und keierlei Handlungsbedarf gesehen hatte”.

“Reine Ankündigungspolitik vor den Wahlen” machte dagegen VP-Gemeinderat Bernhard Dworak aus: “Wie so oft wird vor der Wahl angekündigt und nach der Wahl auf den St. Nimmerleinstag verschoben, ähnlich wie bei den Sofiensälen.” Ein Angebot an die Mieter der Siedlung, die von ihnen bewohnten Häuser zu kaufen, könnte einen Anreiz dazu schaffen, nachhaltig die Substanz zu erhalten, meint Dworak.

Die Planungssprecherin der Grünen Wien, Sabine Gretner, zog Parallelen zur Stadt des Kindes in Wien-Penzing: “Ein ähnliches Schicksal wie bei der Stadt des Kindes, die durch einen Teilabriss zerstört wurde, ist somit hoffentlich vom Tisch. Warum das Sanierungskonzept für die Werkbundsiedlung mehr als zehn Jahre gedauert hat, ist mir unerklärlich”, so Gretner abschließend.

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