Heuschreckenplage in Kairo

Die afrikanische Heuschreckenplage hat die ägyptische Hauptstadt Kairo erreicht. In einigen Stadtteilen verdunkelte sich der Himmel, als die Insekten in südlicher Richtung durch die 17-Millionen-Metropole zogen.

Ein Sprecher der Sondereinheit für die Heuschreckenbekämpfung im ägyptischen Landwirtschaftsministerium versicherte, überall in der Stadt und in den südlichen Vororten seien Zentren zur Bekämpfung der Plage eingerichtet worden.

„Wir haben viele Fahrzeuge, um zu sprühen und die Heuschrecken zu töten“, sagte Sprecher Mohsen Abdu. Die Behörden seien allerdings darauf angewiesen, dass die Landbevölkerung ihre Maßnahmen unterstütze. Nachdem Bauern versucht hätten, die Wüstenheuschrecken durch brennende Reifen davon abzuhalten, ihre Felder kahl zu fressen, habe sich der Insektenschwarm in kleinere Gruppen aufgeteilt, was die Bekämpfung erschwere.

Die Heuschrecken, die nach Angaben der Experten aus dem benachbarten Libyen kamen, waren in Ägypten zuerst Ende Oktober in der Westlichen Wüste gesichtet worden. Die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) hatte die internationale Gemeinschaft bereits im August zu Hilfen gegen die schwerste Heuschreckenplage seit 15 Jahren in Afrika aufgerufen. Die Insekten vernichteten unter anderem Teile der Ernten in Mauretanien, Mali, Senegal und Niger. Auch auf Zypern waren jüngst Heuschreckenschwärme aus Nordafrika eingefallen.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Heuschreckenplage in Kairo
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.