Hetzjagd auf Raucher in Wien

"Hetzjagd auf Raucher in Wien": Die gebrüder Moped in ihrem satirischen Gastkommentar.
"Hetzjagd auf Raucher in Wien": Die gebrüder Moped in ihrem satirischen Gastkommentar. ©Gebrüder Moped
Gastkommentar der Gebrüder Moped: Sie ist wieder entbrannt, die kollektive Jagd auf rauchende Menschen. Es scheint unaufhaltsam, dass auch hierzulande in gastronomischen Betrieben alsbald überhaupt nicht mehr geraucht werden darf. Was will man uns denn als nächstes verbieten? Den gemütlichen Rempler, die gesellige Massenschlägerei oder gar den sexuellen Übergriff an der Schank?

Einander vergiften macht Spaß

Klar, daheim und vielerorts im Freien wird auch weiterhin jeder und jede inhalieren können, was er oder sie will. Die offensichtliche Reduktion des durchschnittlichen Lebensalters um zehn Jahre, die entsprechende Verkürzung des Daseins für unsere Töchter und Söhne, sowie das heitere Dahinsiechen durch Lungenkrebs ist unser aller alleinige Entscheidung. Da scheinen sich die kleinen Leute und großen Opinionleader der Nation einig. Aber was mit der Fremdvergiftung? Die gehört doch auch zum Spaß an der Sache. Sonst würde man doch nicht gar so an der Option festhalten, sich und andere im Gasthaus mit der Friedenspfeife in die Ewigen Jagdgründe paffen zu dürfen. Das muss uns klar sein: Rauchen ist keine Belästigung anderer Menschen. Sie ist die Vergiftung anderer Menschen, Körperverletzung, Gefährdung.  Aber viele mögen das anscheinend. Zumindest, dass es erlaubt ist. Also gehört es offensichtlich zur Spaßkultur, ihr verdammten Spaßbremsen.

Gegen staatliche Bevormundung

Sollen die Wirten doch selbst entscheiden dürfen, hören wir. Nun gut. Alle Macht dem Gastronom. Legalize Vergiftung? Nix da, ist ohnedies legal. Und soll auch so bleiben. Sollen die Wirten doch selbst entscheiden, ob man in ihren Wirtshäusern rauben, morden, jemanden schlagen, vergewaltigen oder eben vergiften darf. Wozu ein Rechtssystem, wenn ohnedies jeder Gastronom über die Möglichkeiten der lustvollen Körperverletzung so schön für andere, seine Gäste und sein Personal, entscheiden kann. Hat doch fabelhaft funktioniert die letzten Jahrzehnte.

Raumtrennung war Schwachsinn

Alleine die Übergangslösung vor einiger Zeit, dass Wirten und Wirtinnen sündteure Umbauten vornehmen mussten, um den Raucherinnen und Rauchern eigene vier Wände anzubieten, war Schwachsinn. Einerseits, weil vornehmlich nicht rauchende Menschen in gemeinsamen Tischrunden hier nachzugeben haben, und andererseits, weil man dann ja eigentlich viele, streng getrennte Räume in jedem Lokal bräuchte. Oder wollen Sie als Nichtschläger bei jedem kleinen Wickel auch eine abbekommen? Nein, die Halbstarken sollen sich das gefälligst in ihrer eigens eingerichteten Gaststube ausmachen: im staatlich anerkannten Wickelraum.

 

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