Herzfonds-Untersuchung: Viele Schüler in Wien leiden an Übergewicht

Herzfonds-Untersuchung: Knapp ein Viertel der Kinder übergewichtig
Herzfonds-Untersuchung: Knapp ein Viertel der Kinder übergewichtig ©AP (Sujet)
Wie eine neue Studie vom Österreichischen Herzfonds und vom Österreichischen Akademischen Institut für Ernährungsmedizin festgestellt hat, leiden viele Kinder an Wiener Schulen an Übergewicht.

24 Prozent der Kinder aus vier Wiener Schulen sind übergewichtig, neun Prozent leiden an Adipositas und knappe zwei Prozent an extremer Adipositas. Das zeigte die Vorabuntersuchung unter 146 Kindern des Präventionsprogrammes “EDDY”, das am Dienstag bei einer Pressekonferenz vom Österreichischen Herzfonds und vom Österreichischen Akademischen Institut für Ernährungsmedizin (ÖAIE) präsentiert wurde.

Kinder sind gut über Ernährung informiert

“Bei Kindern wird Übergewicht oft nicht als Krankheit angesehen, obwohl Adipositas im Kindesalter zu Knorpelschäden, Knochenveränderungen, Asthma, Allergien und Kreislauferkrankungen führen kann”, erklärte Kurt Huber, Sekretär des Österreichischen Herzfonds. Die Vorabuntersuchungen des Präventionsprogrammes “EDDY” (Effects of sports and diet trainings to prevent obesity and secondary diseases and to influence young children’s lifestyle) brachten laut ÖAIE-Präsident Kurt Widhalm “alarmierende Ergebnisse”: Neben dem gesundheitlichen Zustand der Kinder wurde auch das Wissen über gesunde Ernährung abgefragt.

Dabei zeigte sich, dass ein Viertel der Kinder gut informiert ist, jedoch zehn Prozent extrem mangelhaft Beschleid wissen. Immerhin zehn Prozent der Kinder gaben an, dass nicht nur die Menge, sondern auch gesundes Essen einen Einfluss auf die Gewichtskontrolle hat.

Wiens Schüler essen zu wenig Gemüse

Mehr als die Hälfte der Kinder würde weniger als einmal pro Tag Gemüse essen, 26 Prozent griffen laut eigenen Angaben nie dazu. Fetthaltige Fleischgerichte wie etwa Käsekrainer, Bratwurst, Hamburger oder Döner-Kebap werden von 28 Prozent der Kinder drei bis viermal pro Woche verspeist. Blutuntersuchungen brachten bei einigen Kindern Auffälligkeiten des Blutbildes, entleerte Eisenspeicher, Anomalien im Fettstoffwechsel und Vitamin D-Mangel oder Defizite zutage.

“Bei Kindern werden Verhaltensweisen geprägt, die für den Rest ihres Lebens erhalten bleiben und zu diesem Zeitpunkt noch besser gelenkt werden können”, erklärte Thomas Czypionka, Forscher beim Institut für höhere Studien, den Zweck des Präventionsprogrammes.

Wiens Schulbücher beeinhalten zu wenig Infos

Das Thema Ernährung werde in den Schulbüchern auf eineinhalb Seiten abgehandelt, “hier gibt es extremen Nachholbedarf”, betonte auch Widhalm. Bis Sommer 2014 werden deshalb an zwei Hauptschulen und zwei neuen Mittelschulen in Wien Interventionen in Unterrichtsstunden von Ernährungsmedizinern abgehalten.

Auch die körperliche Aktivität der Kinder soll gesteigert werden – wie sich im Voraus zeigte, konnten 80 Prozent der Schüler den Wert von 60 Minuten anstrengender, körperlicher Tätigkeit pro Woche, nicht erreichen. Für die Kinder wurde deshalb eigens eine Handy-App entwickelt, die ihnen zeigt, ob ihre tägliche Zusammenstellung von Nahrung und Bewegung ideal ist.

(APA/red.)

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