Hermann Rettberg in der Sommerausstellung Mellau

Werke des 1992 verstorbenen Zeichenlehrers und Künstlers Hermann Rettberg werden in der VS gezeigt.
Werke des 1992 verstorbenen Zeichenlehrers und Künstlers Hermann Rettberg werden in der VS gezeigt. ©artdesign
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Die aktuelle Sommerausstellung in der Volksschule Mellau ist heuer dem Zeichenlehrer und Landschaftsmaler Hermann Rettberg gewidmet.

Von 30. Juli bis 15. August 2011 findet in der Volksschule Mellau eine Ausstellung mit einer von Harry Metzler (Artdesign, Schwarzenberg) getroffenen Auswahl von Aquarellen und Grafiken des 1992 verstorbenen Künstlers Hermann Rettberg statt.

Die Ausstellung zeigt nicht nur das Schaffen des Zeichenlehrers, sie klärt auch auf, wie der im Juli 1900 geborene Darmstädter Sohn eines Rechnungsdirektors nach Vorarlberg kam und hier eine neue, auch künstlerische, Heimat fand. Bürgermeisterin Wicke über den Bezug zum Bregenzerwald: “Der gebürtige Deutsche war dem Bregenzerwald stets verbunden, obzwar er hier auch einen Sohn verloren hat”. In den Annalen wird der Künstler, der bereit seinerzeit die bedeutendsten Museen in Frankreich, Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Rumänien, Dänemark und Norwegen besuchte auch als geschätzter Vortragender und Kursleiter gewürdigt.

Rettbergs Werdegang
1918 musste er noch als Maturant die letzten Monate des ersten Weltkrieges in ein Artillerie-Regiment einrücken. Sein Berufsweg führt ihn zuerst als Finanzpraktikant ins Ministerium, bevor er 1924 Urlaub nimmt um sich an der staatlichen Kunsthochschule Berlin seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend, zum Zeichenlehrer und Landschaftsmaler ausbilden zu lassen. Nach zwei Jahren Ausbildung legt er die Zeichenlehrerprüfung mit Auszeichnung und bei Direktor Philipp Franck, dem Direktor der Anstalt, die Zusatzprüfung Landschaftsmalen ab.

Im selben Jahr beginnt Rettberg seine Lehrtätigkeit am Realgymnasium, an der Höheren Landesschule, mit den Unterrichtsfächern Freihandzeichnen, Darstellende Geometrie und Werkunterricht. 1927 geht er für 7 Jahre an die Deutsche Auslandsschule in Sofia wo er seine spätere Gattin Eugenie Markowa kennenlernt.

1934 nimmt er in Offenbach eine Stelle als Zeichenlehrer in Offenbach an. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird er 1939 u.a. für den Feldzug nach Norwegen, eingezogen. Ende 1940 erfolgt die Freistellung für den Auslandsschuldienst an der Deutschen Schule in Istanbul – bis 1944 die diplomatischen Beziehungen mit der Türkei abbrechen.

Hermann Rettberg kommt mit einem Flüchtlingstransport nach Wien und erhält eine Zeichenlehrerstelle an der Oberschule für Jungen in Seitenstetten. Als im April 1945 die Schule evakuiert wird, muss er mit seiner Familie wiederum mit einem Flüchtlingstransport weiter nach Westen, wo sie vorübergehend Aufenthalt in Bezau finden.

Nach Beendigung des Krieges wird er an der Lehrerbildungsanstalt und an der Stella Matutina in Feldkirch als Zeichenlehrer angestellt. Am 1. September 1954 kommt er als Kunsterzieher an das Bundesgymnasium Gallusstraße nach Bregenz, an dem er bis 1966 unterrichtet. Herman Rettberg galt als ruhige, bescheidene und ausgeglichene Persönlichkeit und verstarb am 9. August 1992 in Bregenz. Mit Der Sommerausstellung Mellau wird die Erinnerung an ihn wieder wach.

Facts:
Ausstellung Hermann Rettberg
Zeichenlehrer und Landschaftsmaler
30. Juli bis 15. August 2011
Volksschule Mellau

Öffnungszeiten
täglich 16 bis 19 Uhr
sonn- und feiertags:
10 bis 12 Uhr und 16 bis19 Uhr

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