Herbst-Regierungskampagne ist fix abgesagt

Die Absage der für Herbst geplanten Regierungskampagne ist fix. Das erklärte Bundeskanzler Faymann am Rande der "Österreich-Gespräche" am Montag. Es handle sich um eine "definitive Entscheidung". "Eine Kampagne, wo zwei Partner streiten, die gibt es nicht", so der Regierungschef. Gleichzeitig betonte der SPÖ-Obmann, dass die Hochwasseropfer keinesfalls von diesen Einsparungen abhängig seien.

Diie Ankündigung von Vizekanzler Pröll am Sonntag in der ORF-Pressestunde, die für Herbst geplante Regierungskampagne abzusagen und die Mittel für Hilfsmaßnahmen zu verwenden, stieß bei Verlegern und der Werbebranche auf wenig Gegenliebe. Horst Pirker, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), sagte der APA, er halte es “für vordergründig, die Not von Menschen gegen demokratiepolitisch notwendige Initiativen abzutauschen”. Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der WKÖ, hält die Ansage für “ein völlig dummes Signal”.

Es sei “nicht einzusehen, weshalb die Regierung bei den Medien, die derart unter der Krise zu leiden haben, noch einmal in diesem Ausmaß einspart”. Die Regierungskampagne wäre mit fünf Mio. Euro dotiert. Dieser Betrag allein stürze die Medien nicht in die Krise – “das Signal, der Medien- und Werbebranche jetzt Geld vorzuenthalten, ist aber verheerend”, so Drössler. Freilich könne man darüber diskutieren, ob die Gelder im Rahmen der Kampagnen richtig eingesetzt sind – grundsätzlich ist Drössler aber der Meinung, dass die Regierung noch mehr Geld für Kommunikation einsetzen solle.

Einige Einnahmen konnten die Zeitungen indes am Wochenende doch lukrieren: Faymann schaltete großflächige Anzeigen. Das Thema: Hochwasser bzw. die vielen Helfer, denen Faymann in diesen Inseraten dankte. Was wiederum das BZÖ auf die Palme bringt. Das Bündnis will beim Kanzler mittels parlamentarischer Anfrage die Kosten der Aktion erfragen.

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