Helmut Zilk im Wiener Rathaus aufgebahrt

Der verstorbene Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk ist seit Donnerstagvormittag in der Volkshalle des Wiener Rathauses aufgebahrt. Bilder  | Vienna Online war dabei: Stadtreporter Video

Dort hat die Bevölkerung bis zum Freitagabend Gelegenheit, Abschied zu nehmen und sich in eines der beiden Kondolenzbücher einzutragen. Der Sarg mit dem Leichnam des prominenten Politikers traf am frühen Vormittag in einem Wagen der Bestattung Wien im Rathaus ein.

Die wohl berührendste Szene konnten die ersten Trauergäste und die zahlreich erschienenen Medienvertreter gleich zu Beginn der Aufbahrung miterleben: Dagmar Koller nahm unter Tränen Abschied von ihrem verstorbenen Gatten. Sie musste gestützt werden, als sie zum Sarg schritt – vor dem ein Kranz aus roten Rosen lag, auf dessen Schleifen zu lesen war: “Die Liebe hört niemals auf. Immer Deine Dagmar.”

Die Witwe küsste das vor dem Sarg aufgestellte Bild von Helmut Zilk. Anschließend behängte sie dieses mit einem Rosenkranz. Und sie hielt auch am Sarg inne, der mit einem Bahrtuch – auf dem das Wiener Stadtwappen prangte – bedeckt war. Flankiert war der Sarg von silbernen Leuchtern und weiteren Blumenkränzen.
“Er war ein super Mensch, ehrlich und sympathisch”, erinnerte sich eine ältere Dame. Sie habe die Ehre gehabt, Zilk persönlich kennenlernen zu dürfen.

Als gebürtige Polin, die seit über 20 Jahren in der Bundeshauptstadt lebt, habe sie hier immer wieder kulturelle Veranstaltungen mit Bezug zu ihrem Heimatland organisiert, erzählte die Frau: “Zilk und seine Gattin Dagmar sind oft zu unseren Konzerten und Auftritten gekommen.” Es sei sehr schade um diesen “menschlichen Menschen”. Die meisten Politiker von heute seien weit entfernt von seiner Bürgernähe, bekundete sie: “Sie können viel von ihm lernen.”

“Ich habe einmal kurz mit ihm geplaudert”, erinnerte sich ein Pensionist aus der Leopoldstadt. Das sei jetzt etwa 15 Jahre her: “Der Zilk war damals bei einem Fest am Mexikoplatz.” Der frühere Bürgermeister sei ein anständiger und korrekter Mensch gewesen. “Deshalb will ich ihm hier auch ein letztes Servus sagen”, so der ältere Herr.

Zilks erster Fernsehauftritt nach dem Briefbombenattentat ist wiederum für Frau Johanna ein unvergesslicher Moment geblieben: “Wie er da ohne Selbstmitleid in die Kamera gesprochen hat und erklärt hat, dass man Terroristen keinesfalls nachgeben darf, hat mich als Studentin der Politikwissenschaft damals sehr beeindruckt”, so die Frau gegenüber der APA. Sie war einer der wenigen jüngeren Menschen, die am Vormittag kondolierten.

Reges Interesse zeigten die Trauernden auch an der Ausstellung, die im Gedenken an den Verstorbenen in den Arkadengängen des Rathauses aufgebaut wurde. Anhand von Zitaten, Zeitungsausschnitten und Fotografien erinnern Schautafeln an Zilks Wirken als Wiener Bürgermeister.

Bilder und Berichte über die Eröffnung des Jüdischen Museums und des Haas-Hauses, die Umgestaltung des Müllverbrennungsanlage Spittelau durch Friedensreich Hundertwasser oder der Besuch von Prince Charles und Lady Diana in Wien sollen wichtige Ereignisse in der “Regentschaft” Zilks markieren. Dokumentiert wird aber auch der Briefbomben-Anschlag auf das damalige Stadtoberhaupt. In der Volkshalle werden auf Monitoren ebenfalls Bilder aus dem Leben Zilks gezeigt.

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