Heinisch-Hosek gegen Zeitplanänderung bei Zentralmatura

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will die Beginnzeiten bei der am kommenden Dienstag mit dem Fach Deutsch beginnenden Zentralmatura nicht kurzfristig einheitlich vorgeben. Die FPÖ hatte zuvor wegen etwaiger Schummeleien mit Smartphones eine einheitliche Startzeit gefordert - derzeit gibt es zwar "Empfehlungen" der Landesschulräte, an die sich die Schulen aber nicht halten müssen.


“Aus gutem Grund sind die Beginnzeiten der österreichischen Schulen in den neun Bundesländern, seit es Schulen gibt, flexibel geregelt”, so Heinisch-Hosek in einer Aussendung. “Und aus gutem Grund wird, seit es Mobiltelefone gibt, schon bisher streng kontrolliert, dass diese nicht während Prüfungen verwendet werden können.”

Das “Problem Smartphone” sei ein an allen österreichischen Schulen “altbekanntes und hat daher auch für die Zentralmatura keinerlei neue Bedeutung”, meinte die Ministerin. “Die Idee des FPÖ-Bildungssprechers, jetzt überfallsartig kurz vor der Prüfung deswegen die Zeitpläne, die sich Schülerinnen, Eltern und LehrerInnen gemacht haben, über Bord zu werfen, wegen eines an den Haaren herbeigezogenen Nicht-Problems, kommt nicht in Frage.”

Vorarlberger Lehrer demontrierten unterdessen am Mittwoch gegen eine mögliche Anhebung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden. Die Pädagogen taten ihren Unmut vor der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch kund, wo Bildungsministerin Heinisch-Hosek zu Gast war. Die Ministerin gestand den Lehrern ein zehnminütiges Gespräch zu, um die Standpunkte auszutauschen.

Organisiert wurde der Protest von Lehrern des Gymnasiums Schillerstraße. Die Botschaften auf den Plakaten der Lehrer waren eindeutig: “Jetzt reicht’s”, “Schluss mit Sparen” oder auch “Wir fordern Ihre Loyalität” machten den Ärger der Lehrerschaft deutlich. Man müsse klar machen, dass es keine Zugeständnisse an das Ministerium gebe. Zu Kürzungen im Schulbereich müsse man deutlich Nein sagen.

Heinisch-Hosek sagte nach dem Gespräch mit Lehrervertretern gegenüber dem ORF Vorarlberg, dass sie die Aufregung nur zum Teil verstehe. Die zusätzlichen zwei Stunden seien ein alter Vorschlag, der nun hoch gepusht worden sei. Es werde selbstverständlich Gespräche mit den Lehrergewerkschaftern geben.

Gegen Sparpläne im Bildungsbereich äußerten sich außerdem die Vorarlberger AHS- und BHS-Direktoren in einem offenen Brief an Heinisch-Hosek. Sie sprachen von einer strukturellen Unterdotierung des Bildungsbereichs. Es sei “unzumutbar, untragbar und kontraproduktiv, einer einzelnen Berufsgruppe eine Gehaltseinbuße von zehn Prozent zuzumuten”, so die Direktoren.

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