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Heimwerkerunfälle: Helden sehen anders aus

Täglich verletzten sich in Österreich 58 Heimwerker.
Täglich verletzten sich in Österreich 58 Heimwerker. ©Kuratorium für Verkehrssicherheit
Täglich verletzen sich 58 Menschen beim Heimwerken in Österreich, 85 Prozent der Verletzten sind Männer. Besonders Sägen sind gefährlich: Das KFV appelliert an Hersteller und Händler, Tipps zu mehr Sicherheit beim Heimwerken anzubieten.
Video: Wertvolle Tipps von Heimwerker-King Pneissl

Hämmern, Sägen, Schrauben in Haus und Wohnung gehören zu den häufigsten Freizeitbeschäftigungen von Herr und Frau Österreicher. Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen betätigen sich als Heimwerker. Malerarbeiten, Arbeiten mit Farben und Lacken, Holzarbeiten, Elektroinstallationen und Bauarbeiten (Zu-, Aus-, Umbau) sind die häufigsten Heimwerkerarbeiten.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) verletzten sich in Österreich durchschnittlich täglich 58 Menschen bei Heimwerker-Tätigkeiten so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Österreichweit sind das jährlich 21.400 Menschen. Dazu kommen noch jene Heimwerker, die ihre Wunden selbst verarzten.

Warum passieren Heimwerkerunfälle?

Knapp die Hälfte aller Heimwerkerunfälle ist auf Zerstreutheit, Ablenkung und Unkonzentriertheit zurückzuführen. Die falsche Verwendung der Geräte und Selbstüberschätzung sind Ursachen für das Missachten der Sicherheitsvorkehrungen. Merkt man, dass man müde wird, ist es Zeit für eine (alkoholfreie) Pause.

Finger und Hände sind besonders gefährdet

39 Prozent der Verunfallten zogen sich offene Wunden an Händen und Fingern zu. Ein Viertel der spitalsbehandelten Verletzungen waren Knochenbrüche an Fingern, Handgelenken, Fußknöcheln und Füßen. Im schlimmsten Fall müssen sogar Amputationen vorgenommen werden. Oft ist die falsche Handhabung der Geräte schuld an der Verletzung.

KFV-Tipps für mehr Sicherheit beim Heimwerken

·        Der Hobbyhandwerker sollte sich an Handwerks-Profis orientieren und sich von Fachleuten beraten lassen.
·        Auf die Qualität der Geräte (CE-Prüfzeichen) achten und vorher die Bedienungsanleitung lesen.
·        Nie bestehende Schutzeinrichtungen bei Geräten abmontieren.
·        Das richtige Zeitmanagement – genügend Zeit einplanen, gut vorbereiten – hilft, Unfälle zu verhindern.
·        Ein guter Arbeitsplatz ist ausreichend beleuchtet, bietet eine stabile Unterlage und ist übersichtlich und ordentlich.
·        Die Sicherheit kann durch die richtige Ausrüstung (passende Kleidung, feste Schuhe, Arbeitsbrille) erhöht werden.
·        Bei der Beseitigung von Störungen, Pflege- und Wartungsarbeiten die Maschine abschalten und den Netzstecker ziehen.

KFV-Tipps für Kreissägen

·        Konzentriert und vorsichtig arbeiten.
·        Saubere und scharfe Sägeblätter verwenden.
·        Vor der Beseitigung von Störungen, bei Pflege- und Wartungsarbeiten: Maschine abschalten.
·        Die Maschine nicht unbeaufsichtigt laufen lassen.
·        Kreissäge nie ohne Schutzabdeckung verwenden.
·        Schutzbrille, anliegende Arbeitskleidung und KEINE Handschuhe beim Sägen tragen.

KFV-Tipps für Bohrmaschinen

·        Vor dem Bohren prüfen, ob unter der Bohrstelle eine elektrische Leitung läuft.
·        Bohrer fest in Bohrmaschine (Bohrfutter) einspannen.
·        KEINE Handschuhe beim Bohren tragen.
·        Bohrspäne erst entfernen, wenn die Bohrmaschine abgeschaltet ist.
·        Bohrmaschine beim Bohren mit beiden Händen halten.

KFV-Tipps für Leitern

·        Anlegeleitern mit einer Schräge von ca. 75° aufstellen
·        Bei Stehleitern auf eingerastete Spreizsicherung achten
·        Wenn Gegenstände auf der Leiter gebraucht werden: Taschen oder Werkzeugtransportbehälter verwenden
·        Keine Balanceakte: Nicht zu weit nach links oder rechts beugen. Wenn notwendig, Leiter umstellen
·        Kabel an der Leiter entlang führen, Kabel nicht über die Tritte oder die Standflächen legen, sonst macht man sich Stolperfallen
·        Mit dem Gesicht zur Leiter hinauf- und hinuntergehen

Beim Heimwerken sollten keine Kompromisse auf Kosten der Gesundheit eingegangen werden, damit die Freude über das Selbstgemachte nicht getrübt ist.

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