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Heimisches Brauchtum: Allerheiligen und Allerseelen

Die Kirche feiert an den ersten beiden Novembertagen Allerheiligen und Allerseelen. Allerheiligen gilt als hoher Fest- und Feiertag. Allerseelen ist dem Gedenken an alle Verstorbenen gewidmet. Rundgang am St. Marxer Friedhof: Stadtreporter Video | Heidnischer Brauch: Halloween

Allerheiligen:

“Es ist das Fest aller Heiligen und allen, die schon bei Gott sind”, erklärte Karl Veitschegger, Referent für Glaubensinformation der Diözese Graz-Seckau.

Zu Allerheiligen werde all jenen gedacht, die nach ihrem Tod bereits bei Gott sind und ihr Ziel somit erreicht haben, so der Referent. Also auch jenen Heiligen, die nicht heiliggesprochen wurden bzw. um deren Heiligkeit keiner weiß. Allerheiligen könnte folglich auch als “Ansporn” gesehen werden, meinte Veitschegger.

Ursprünglich wurde das Allerheiligenfest in der katholischen Kirche noch nach Pfingsten gefeiert, sagte Veitschegger. 610 weihte Papst Bonifatius IV. das “Pantheon” in Rom, das Heiligtum aller Götter, zu einer christlichen Kirche, gewidmet der Jungfrau Maria und allen heiligen Märtyrern. Vorerst wurde die Erinnerung an dieses Fest zu unterschiedlichen Daten begangen, Jahre später verbreitete sich der 1. November als Festtag. Im neunten Jahrhundert wurde Allerheiligen schließlich auch in Europa an diesem Tag gefeiert.

Allerseelen

Allerseelen – kein Feiertag – hat seine Wurzeln im Gebet für die Verstorbenen, das bei den Christen seit dem zweiten Jahrhundert überliefert ist. Das eigentliche “Geburtsjahr” dieses Tages ist 998: Damals setzte Odilo, Abt des Benediktiner-Klosters Cluny, für alle ihm unterstellten Klöster fest, dass am Tag nach Allerheiligen aller Verstorbenen durch Gebet und Messe zu gedenken sei. Dieses Gedächtnis breitete sich rasch über Frankreich, England und Deutschland aus.

Der überwiegende Teil der Bevölkerung nützt die beiden Novembertage zum Friedhofsbesuch. Gräber werden zum Gedenken an die Toten und aus Liebe zu ihnen mit Blumen geschmückt und Kerzen angezündet: ein “Gebet des Tuns”, glaubte Veitschegger. Oftmals schenken Paten ihren Patenkindern auch einen “Allerheiligenstriezel”: Den Ursprung kenne man nicht genau, so der Referent. Eine Deutung sei aber, dass der Striezel die Verbindung “zwischen Leben und Tod, Heiligen und Nichtheiligen, Anfang und Ende” symbolisiere.

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