Heftiges Duell Van der Bellen-Strache

Van der Bellen und Strache. &copy APA
Van der Bellen und Strache. &copy APA
Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen und FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache haben sich in der Sendung „Im Klartext“ im RadioKulturhaus Donnerstag Abend ein heftiges Duell geliefert.

Gemeinsamkeiten konnten sie keine ausmachen, dafür entlockten während ihres Streitgesprächs dem Publikum einige Lacher.

Das Hauptthema der zweiten Veranstaltung von Gabi Waldner in Zusammenarbeit mit der Tageszeitung „Die Presse“ und dem ORF-Radio “Ö1“ war die Zuwanderung. Strache bemühte sich, „dem Professor zu erklären“, was er unter Minus-Zuwanderung versteht. Und zwar will Strache darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, Menschen im Land zu behalten, die kein deutsches Wort könnten und auch nicht bereit seien, die Sprache zu erlernen, ebenso wie straffällig gewordene Ausländer. Ein Dorn im Auge sind ihm auch Fremde, die dauerhaft von Sozialleistungen leben, wie der FPÖ-Chef erläuterte.

Grüne wollen keine offenen Grenzen

Van der Bellen wies die Vorwürfe seines Gegenüber zurück, die Grünen würden für offene Grenzen eintreten. Man sei ebenfalls für geregelte Zuwanderung, so der Grünen-Chef. In der Asyl-Debatte gehe es seiner Partei um die Einhaltung von Menschenrechten.

Erhitzen ließ sich Strache, als es in der Diskussion um die Türkei ging. Er stellte fest: „Ich will kein Minarett, weder in Telfs noch in Wien. Und ich möchte in der Früh nicht von einem Muezzin aufgeweckt werden.“ Einmal mehr sprach er sich auch für die Ausweisung von Hasspredigern aus und forderte, dass sich Zuwanderer „unserer Leitkultur anpassen“. Van der Bellen kritisierte einmal mehr den Wiener Wahlkampf der FPÖ. Strache verteidigte sich damit, dass man mit den Slogans der Freiheitlichen Probleme habe ansprechen wollen. Dem konterte Van der Bellen: „Sie hat nun wirklich keiner gebraucht, um die Probleme anzusprechen.“

„Maul-und Klauen-Seuche“

Van der Bellen bezeichnete den im „profil“ zitierten „Maul-und Klauen-Seuche“-Witz von Strache als „nicht einmal mehr fremdenfeindlich“, sondern als menschenfeindlich. Strache war vom „profil“ mit den Worten zitiert worden: „Die Maul- und Klauen-Seuche bei osteuropäischen Arbeitern heißt, wenn diese in Österreich arbeiten, dann maulen sie, und wenn sie nicht arbeiten, dann klauen sie.“ Strache meinte dazu, er würde diese Aussage nicht noch einmal tätigen, sie sei überzogen und zynisch gewesen.

Zum Abschluss der Diskussion meinte Van der Bellen, er sehe keine Notwendigkeit einer Gemeinsamkeit mit seinem Kontrahenten, attestierte diesem aber rhetorisches Geschick. Strache verabschiedete sein Gegenüber mit den Worten: „Sie brauchen mich als Reibebaum“, und so solle es sein.

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