Höchstgelegenes Solarkraftwerk Österreichs im Pinzgau

Das höchstgelegene Solarkraftwerk Österreichs steht am Wildkogel im Pinzgau und geht vermutlich noch Anfang November in Betrieb. Die Landesumweltschaft hat wenig Freude mit dem Kraftwerk.

Am Wildkogel im SalzburgerPinzgau geht voraussichtlich in der ersten Novemberhälfte das höchstgelegene Solarkraftwerk Österreichs in Betrieb. Aufgrund seiner Lage in 2.100 Metern Seehöhe hat es einen Wirkungsgrad, als ob es unter der Sonne Spaniens stehen würde. Mit einer Leistung von einem Megawatt wird es 1,3 Gigawattstunden Strom erzeugen. „Damit werden drei Viertel des Energiebedarfs der Wildkogel-Bergbahnen gedeckt“, schilderte Errichter Josef Brandstetter.

 

 

„Je kälter, desto besser“

„Die Höhenlage bringt Vorteile: Je kälter, desto besser der Wirkungsgrad, und auch die Strahlung ist intensiver“, so Brandstetter. Die Anlage erzielt daher dort oben um rund 30 Prozent mehr Stromertrag als beispielsweise in der StadtSalzburg. „Den Vorteil haben wir uns aber mit großem Aufwand erkauft“, räumte der Kraftwerksbauer ein. Die Schnee- und Windlasten seien viel höher, das Ökosystem sehr empfindlich und der Transport in diese Höhenlage wesentlich mühsamer. 27.800 Einzelteile, 40.000 Schrauben, 28.000 Meter Kabel und 2.670 Klemm- und Steckverbindungen mussten in über 1.000 Transporten auf den Wildkogel gebracht werden.

Die insgesamt 5.000 Solarzellen mit einer Gesamtfläche von 8.000 Quadratmetern wurden heuer in den vier weitgehend schneefreien Sommermonaten auf 100 Gestellen angebracht. Vor dem Start sind jetzt noch rund zwei Wochen für die restliche Verkabelung und Steuerung nötig, aber einmal mehr ist Schnee dazwischen gekommen.

Um starken Stürmen wenig Angriffsfläche zu bieten oder Schneelasten zu entfernen, können die Solarzellen computergesteuert gekippt werden. Diese Beweglichkeit hat den positiven Nebeneffekt, dass sie sich nun über das Jahr auch dem Zenitwinkel der Sonne anpassen und so immer das Maximum herausholen können.

 

 

Nicht unumstrittenes Projekt

Aus Sicht des Naturschutzes ist das Projekt aber nicht unumstritten. Markus Pointinger von der Landesumweltanwaltschaft (LUA) Salzburg bezeichnete es als „Faust aufs Auge“. Ein Naturschutzverfahren sei bloß für einen Zufahrtsweg abgewickelt worden, nicht aber für das Kraftwerk, für das es keine Bewilligungspflicht gebe. Der Standort sei vom Nationalpark Hohe Tauern aus gut zu sehen. „Das ist eine intensive Urlaubsregion, und man sollte sich grundsätzlich überlegen, ob man die Berge so zupflastert.“ Zumindest sollte es klare Vorgaben geben, wo und unter welchen Voraussetzungen solche Anlagen möglich seien.

Brandstetter weiß anderes zu berichten. Man habe im Verfahren festgestellt, dass das Areal wegen des Skigebietes nicht mehr als unberührte Natur anzusehen sei. Außerdem würde die Anlage den Strom genau dort erzeugen, wo er auch benötigt wird.

Fünf Millionen Euro haben die SalzburgerUnternehmer Josef Brandstetter (Brandstetter Säge und Kraftwerks KG) und Franz Schweighofer (NET Neue Energie Technik GmbH) in das Kraftwerk investiert. In zwölf Jahren soll sich das Vorhaben aber rentiert haben.

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