"Hausmasta 2.0": Erste Anstellungen nach neuem Hausbesorger-Modell

©APA (Archiv)
Die ersten acht Hausbesorger für Wiener Gemeindebauten wurden nach dem neuen Modell eingestellt. Von den alten Hausmeistern unterscheidet die neue Variante, dass sie ohne Dienstwohnung auskommen müssen und zu fix festgelegten Sprechstunden vor Ort sein müssen.

Nach der ÖVP-Ablehnung eines Bundesgesetzes zur Wiedereinführung der Hausmeister hat die SPÖ im Sommer eine landesweite und somit deutlich abgespeckte Lösung präsentiert. Diese ermöglicht Hausbesorger nur in Gemeindebauten einzusetzen. Rechtzeitig vor der Wahl wurden nun die ersten acht Anlagenbetreuer nach neuem Modell angestellt. Die Zahl werde “gefühlsmäßig” aber bald rasch ansteigen, zeigte sich Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (S) in einer Pressekonferenz überzeugt.

Die neue “Hausmasta”-Variante unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von der alten, nach der noch immer 2.200 Personen beschäftigt sind. So gibt es nun keine Dienstwohnungen mehr. Außerdem müssen die “guten Seelen” (Ludwig) zu fix festgelegten Sprechstunden vor Ort sein. Die nächtliche Schneeräumung muss allerdings extern erfolgen, da dies aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen nicht vom Hausbesorger erledigt werden kann. “Ich werde weiterhin auf eine bundesweite Lösung drängen”, hoffte Ludwig auf offenere Ohren bei der Volkspartei nach der Wahlschlacht.

Für die jetzige Lösung war keinerlei rechtliche Änderung nötig, wodurch die Stadt bereits in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gehabt hätte, den Hausmeister im Gemeindebau wieder auferstehen zu lassen. Die SPÖ habe aber bis zuletzt auf eine Bundesregelung gedrängt, rechtfertigte Ludwig das Zuwarten seit der Abschaffung der Hausbesorger durch die schwarz-blaue Regierung.

Ob die Gemeindebaubewohner von einem Hausmeister betreut werden wollen, müssen sie selbst entscheiden. In großen Anlagen sind auch Mischformen möglich. So können großen Bauten beispielsweise zum Teil von “alten” und “neuen” sowie von der stadteigenen Haus- und Außenbetreuung umsorgt werden. Sollten sich die Bewohner für einen Hausbesorger neu entscheiden, bedeute dies jedenfalls einen nur “geringen” Mehraufwand bei den Mietkosten trotz größeren “Leistungsportfolios”.

In einer Anlage mit 102 Wohnungen im 14. Bezirk würden etwa insgesamt 200 Euro Zusatzkosten pro Monat entstehen – also knapp 2 Euro pro Haushalt. Neben den klassischen Reinigungstätigkeiten soll der Hausbesorger auch kleinere technische Reparaturen durchführen, neue Mieter willkommen heißen oder als Mediator fungieren. Deshalb muss jeder Betreuer eine Einschulung von 120 Arbeitsstunden durchlaufen, in dem er in Konfliktmanagement oder Mentoring geschult wird.

Insgesamt hätten sich bereits 400 Menschen für einen Posten beworben, so Ludwig. Sollte man aufgenommen werden, liegt der Durchschnittsmonatsverdienst bei rund 1.500 Euro brutto monatlich. Die Personen müssen dabei nicht in einem Gemeindebau, geschweige denn in der von ihnen betreuten Anlage, wohnen. Ihnen wird in diesem Fall für die verpflichtende Anwesenheit ein Aufenthaltsraum eingerichtet.

Die ÖVP bezeichnete die Wiener Variante als “Hausbetreuer-Schmäh des Wohnbaustadtrats”. Die Volkspartei habe das Bundesgesetz verhindert, da dieses ebenso Privilegien vorgesehen hätte, so Landesgeschäftsführer Norbert Walter in einer Aussendung. Die SPÖ hätte schon in den vergangenen Jahren jederzeit Hausbesorger installieren können und angesichts der bisher erfolgten acht Anstellungen “nicht mit Millioneneinsatz dieses riesige Tamtam einer völlig unnötigen No-Na-Volksbefragung inszenieren müssen”.

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