Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Hausbesorger als "Ekelpaket"-Betrüger vor Gericht

©© Bilderbox
Ein ungewöhnlicher Betrugsprozess hat am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht stattgefunden.

Ein Schöffensenat (Vorsitz: Walter Stockhammer) musste sich eingehend mit der Anzahl von “Hundstrümmerln” auseinandersetzen, die in einer Floridsdorfer Gemeindebau-Anlage nachgerade zum Himmel gestunken haben sollen. Bis zu 200 derartige “Ekelpakete” will nämlich der Hausbesorger pro Jahr aus den Aufzügen und Stiegenhäusern entfernt haben, was ihm Staatsanwältin Ursula Schmudermayer jedoch nicht abnimmt.

“Wir können nachweisen, dass er die entsprechenden Abrechnungslisten gefälscht hat”, sagte die Anklägerin und bezichtigte den 49-Jährigen folglich des schweren gewerbsmäßigen Betrugs. In Wahrheit wären in der Wohnhaus-Anlage weit weniger ekelhafte Arbeiten zu verrichten gewesen. Der Hausbesorger sei allerdings auf die Zulage von 58 Euro pro “Ekelpaket”-Entfernung – neben Hundekot zählen laut Hausbesorgergesetz dazu unter anderem Erbrochenes, Blut und Urin – “scharf” gewesen und habe daher fälschlicherweise behauptet, permanent “Hundstrümmerln” vorgefunden zu haben.

Während der für die beiden Nachbarstiegen zuständige Kollege des Hausbesorgers lediglich sechs “Ekelpakete” jährlich in Rechnung stellte, will der 49-Jährige derart oft über Derartiges “gestolpert” sein, dass er in den Jahren 2003 bis 2006 dafür Zulagen von bis zu 11.000 Euro per anno verlangte, die im Rahmen der Betriebskosten auf die Mieter abgewälzt wurden und von diesen zu berappen waren.

Zur Untermauerung seiner finanziellen Forderungen führte der 49-Jährige immer wieder Mieter ins Treffen, die ihn angeblich bei der Abwicklung der besonders grausigen Arbeiten gesehen hätten. Wie sich nun in der Verhandlung zeigte, waren jedoch einige der angeführten Zeugen zum Zeitpunkt ihrer behaupteten Beobachtungen verreist oder in Spitalsbehandlung.

Dessen ungeachtet beteuerte der Angeklagte seine Schuldlosigkeit: “I kann nix dafür, dass das Haus so dreckig war!” Der für die anderen Stiegen zuständige Kollege hätte “weniger geputzt”, während er “ein gewissenhafter Hausbesorger” sei.

“In dem Bau wohnt tiefstes soziales Niveau. Da gibt’s Schlägereien, da fließt Blut”, gab der Verteidiger zu Protokoll.

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Wien - 8. Bezirk
  • Hausbesorger als "Ekelpaket"-Betrüger vor Gericht
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen