Hausarrest für russischen Milliardär Jewtuschenkow

Ein Gericht in Moskau hat am Donnerstag den über den russischen Milliardär Wladimir Jewtuschenkow verhängten Hausarrest bestätigt. Ein Einspruch des der Geldwäsche und des Aktienbetrugs beschuldigten Chefs des Mischkonzerns AFK Sistema gegen die Anordnung einer niedrigeren Instanz wurde nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen zurückgewiesen.


Auch eine Aufhebung des Hausarrests gegen Hinterlegung einer Kaution von umgerechnet gut sechs Millionen Euro wurde demnach abgelehnt. Die russische Justiz hatte am Dienstag angegeben, den 65-Jährigen angeklagt und unter Hausarrest gestellt zu haben.

AFK Sistema nannte die Vorwürfe “unbegründet” und kündigte Widerstand gegen die Strafverfolgung an. Nach offiziellen Angaben drohen Jewtuschenkow bis zu sieben Jahre Haft. Sein Vermögen wird vom US-Magazin “Forbes” auf 6,8 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) geschätzt.

Herzstück von AFK Sistema ist der Mobilfunkanbieter MTS. Der Konzern hält zudem fast zwei Fünftel der Anteile an der Ölgesellschaft Bashneft mit Sitz in der Teilrepublik Baschkortostan im südlichen Ural. Zu AFK Sistema gehören auch der Tourismus-Marktführer Intourist und die Krankenhausgruppe Medsi.

Jewtuschenkow, einem der reichsten Männer Russlands, werden illegale Geschäfte beim Kauf des Ölkonzerns Bashneft 2009 vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hatte davor gewarnt, den Milliardär freizulassen, weil er mit seinem Geld und seiner Macht die Ermittlungen beeinflussen könne.

Das Stadtgericht untersagte Jewtuschenkow Kontakte zur Außenwelt. Er dürfe weder telefonieren noch seinen Arbeitsplatz aufsuchen. Die Aktien des Sistema-Konzerns sowie der Rubel verloren prompt an Wert. An die Auflagen seines bis 16. November angesetzten Hausarrests hatte sich Jewtuschenkow zuletzt nicht gehalten. Dies hatte Spekulationen um ein Ende des Hausarrests ausgelöst.

Wirtschaftsvertreter hatten zuletzt an Russlands Präsident Wladimir Putin appelliert, in das Verfahren einzugreifen. Beobachter vermuten Verteilungskämpfe innerhalb der einflussreichen Ölindustrie als Hintergrund für das Verfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft kündigte an, die Rechtmäßigkeit der Anklage zu prüfen.

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