Haus der Geschichte Österreich: "Mietvertrag kommt zustande"

Der Vertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben.
Der Vertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Zwar sind die Mietverträge für das Haus der Geschichte Österreich (HGÖ) zu den Räumlichkeiten in der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz noch nicht unterschrieben, allerdings richten sich die Verhandlungen momentan schon gegen Ende.

Die zuletzt strittige Vereinbarung über die Nutzung der für das HGÖ vorgesehenen Räume in der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz kommt zustande. Das sagte Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Nationalbibliothek, in deren Verband das HGÖ eingegliedert ist, heute vor Journalisten. “Wir bekommen einen unbefristeten Vertrag”, sagte Rachinger. Vermieter ist der KHM-Museumsverband, der auch für die bauliche Renovierung und Instandsetzung der Räume zuständig ist.

Seit der Redimensionierung des vom ehemaligen Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) betriebenen HGÖ-Planes hatte man für die Zeit des eventuellen Rückfalls der Räumlichkeiten an das KHM u.a. an die Ausstellung des “Heroon von Trysa” (ein großes lykisches Fries aus dem Bestand des Ephesos Museums, Anm.) gedacht und dafür die Böden von Obergeschoß-Räumen verstärken lassen.

Erst 2020 kündbar

Der Vertrag sei zwar erstmals 2022 kündbar, es werde jedoch explizit festgehalten, dass dies nicht bloß seitens des KHM sondern nur mit Zustimmung des Bundeskanzleramts geschehen könne, hielt Rachinger fest: “Wir wollten, dass das eine politische Entscheidung sein muss.”

Das HGÖ wird am 10. November offiziell eröffnet. Die Eröffnungsschau, die Republiksausstellung, hat eine geplante Laufzeit von 18 Monaten. Die Evaluierung und damit Entscheidung, ob der Standort in der Neuen Burg beibehalten oder ein Museums-Neubau angestrebt wird, soll während der Laufzeit fallen. Es gebe zwar eine mündliche Bekräftigung des neuen Kulturministers Gernot Blümel (ÖVP) der von seinem Vorgänger gegebenen Zusicherung von einer Mio. Euro Betriebskosten für 2019, aber noch keine Entscheidung für die Zeit danach, sagte Rachinger: “Wir brauchen aber eine Entscheidung. Ende des Jahres müssen wir es wissen.”

6 Mio. Euro in Statik-Verbesserung investiert

Auch im Kunsthistorischen Museum (KHM) ist man über die nun gefundenen Vertragsmodalitäten für die Räume für das Haus der Geschichte Österreich (HGÖ) erfreut. Allerdings aus anderem Grund: “Das gibt uns ein taugliches Instrument in die Hand, das ‘Heroon von Trysa’ tatsächlich einmal zeigen zu können”, sagte KHM-Geschäftsführer Paul Frey am Mittwoch zur APA.

Bei einer etwaigen Kündigung des Mietverhältnisses der 1.000 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsräumlichkeiten im Obergeschoß der Neuen Burg, die ursprünglich den “Korridor des Staunens” des Weltmuseum Wien bilden sollten und nun einen Teil der Republikausstellung des HGÖ beherbergen werden, zum frühestmöglichen Zeitpunkt per Jahresende 2020 beginne eine vereinbarte Ein-Jahres-Frist zu laufen. Der KHM-Museumsverband könnte ab Beginn 2022 wieder über die Räume verfügen und das wertvolle Fries im Lauf des Jahres 2022 erstmals seit vielen Jahrzehnten wieder zeigen.

“Ein überwiegender Teil” der sechs Mio. Euro betragenden Umbaukosten dieser Räume sei schließlich der Verstärkung der Statik geschuldet – eine Investition, die sich nur dann lohne, wenn dort das lykisches Fries aus dem Bestand des Ephesos Museums eines Tages auch tatsächlich gezeigt werde. Dazu habe man nunmehr “berechtigte Hoffnung” und werde rechtzeitig das Einvernehmen mit dem Eigentümer (also der Republik, Anm.) suchen, sagte Frey.

APA/red

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