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Haus der Geschichte in Wien wird künftig zum "Haus der Republik"

Die Loslösung von der Nationalbibliothek soll Eigenständigkeit ermöglichen.
Die Loslösung von der Nationalbibliothek soll Eigenständigkeit ermöglichen. ©APA/ROBERT JAEGER
Am Mittwoch wurden Details zur Zukunft des Hauses der Geschichte Österreich in Wien bekannt gegeben. Unter anderem soll es zum "Haus der Republik werden", außerdem sei eine Anbindung ans Parlament geplant.

Die bisher ungewisse Zukunft des Hauses der Geschichte Österreich (hdgö) ist 16 Tage vor der Eröffnung konkreter geworden. Gemeinsam mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka präsentierte Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) den Plan, das Haus in die Eigenständigkeit zu führen, gleichzeitig aber ans Parlament anzubinden und schließlich auch umbenennen zu wollen. Arbeitstitel: “Haus der Republik”.

Haus der Geschichte soll “Haus der Republik” werden

“Ich freue mich wirklich sehr, dass wir heute so eine richtungsweisende Pressekonferenz abhalten dürfen”, zeigte sich hdgö-Direktorin Monika Sommer euphorisch. “Ich freue mich über dieses klare politische Commitment.” Zu diesem gehört auch die Sicherung der Subvention von 1,5 Mio. Euro für das Jahr 2019 (bisher war 1 Mio. Euro geplant) sowie eine Evaluierung bis Jahresende, nach deren Ende auch die künftige Standortsfrage geklärt werden soll. Derzeit findet sich das hdgö in den Räumlichkeiten der Neuen Burg; Monika Sommer hat in der Vergangenheit immer wieder für eine Erweiterung oder einen Neubau plädiert.

Die Loslösung von der Nationalbibliothek soll die Eigenständigkeit ermöglichen, die Anbindung ans Parlament erläuterte Blümel folgendermaßen: “Wenn man Republiksgeschichte vermitteln will, ist das ohne das Parlament nicht möglich.” Die wissenschaftliche Unabhängigkeit sei in jedem Fall garantiert. Angedacht sei eine ähnliche Konstruktion wie beim Nationalfonds oder dem Restitutionsfonds, wie Sobotka betonte.

“Langfristige Perspektive in Angriff nehmen”

Kulturminister Gernot Blümel nahm bei der Präsentation der “perspektivischen Lösung” auch Bezug auf den Titel der Republiksausstellung, mit der das hdgö am 10. November eröffnet: “‘Aufbruch ins Ungewisse’ ist auch ein Synonym für die letzten Monate”, so der Minister, der das Republiksjubiläum zum Anlass nehmen will, für das Museum “eine langfristige Perspektive in Angriff zu nehmen”.

Die Schaffung eines “Hauses der Republik” sei seit 1919 ein Thema gewesen, dem endgültigen Beschluss im Jahr 2016 sei durch seinen Vorgänger, Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) eine Redimensionierung gefolgt. Weiters sei in weiterer Folge die Anbindung an die Nationalbibliothek als “Anhängsel” oft kritisiert worden. Dieser Ungewissheit wolle man nun ein Ende setzen. Als ersten Schritt bezeichnete Blümel die Sicherstellung des Budgets für das kommende Jahr und die Aufwertung des Hauses durch eine Überführung in die Eigenständigkeit.

Standort noch unklar

Dennoch soll das “Haus der Republik” (Arbeitstitel), das weiterhin vom BKA finanziert wird, wahrscheinlich nicht als Bundesmuseum geführt werden, sondern ans Parlament andocken. Beim Thema Republiksgeschichte sei es unabdingbar, das Haus an “eine der wichtigsten Institutionen des Landes anzubinden”, also an das Parlament, so Blümel. Die Frage des Standorts und weitere Entwicklungsmöglichkeiten sollen von Experten erarbeitet werden.

“Die Verantwortung, sich der Geschichte der Republik zu stellen, hat in einem großem nationalen Bogen zu erfolgen”, unterstrich Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka. Das Parlament habe – etwa beim Nationalfonds oder dem Restitutionsfonds – immer klar gezeigt, “dass ein gemeinsames Vorgehen, ein nationaler Schulterschluss erreicht wird und zugleich die Unabhängigkeit der Wissenschaft gesichert ist”. Das Parlament müsse der Ort sein, “wo man eine wissenschaftliche Auseinandersetzung im nationalen Konsens ermöglicht. Die Identität Österreichs soll in allen Ebenen und allen Teilen der Republik gestärkt werden.”

Modul 1 wird am 10. November eröffnet

Die hdgö-Direktorin erinnerte an die Zeit ihrer Bestellung im Februar 2017: “Als ich den Auftrag übernahm, war die Zukunft ungewiss”, so Monika Sommer. Sie wolle nun gemeinsam an jenem Fundament weiterbauen, das man in den vergangenen Monaten geschaffen habe. “Wir werden am 10. November das Modul 1 eröffnen. Damit füllt die Republik eine Lücke und gibt ihrer jüngeren Geschichte einen eigenen Raum.” Sie sei glücklich, dass nun ein “gemeinsamer Weg” skizziert sei, die Unabhängigkeit werde gewahrt bleiben.

(APA/Red)

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