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Hass im Netz: Ex-Justizminister Jabloner verteidigt Nachfolgerin Zadic

Alma Zadic bei der Übergabe der Justizministeriums mit Clemens Jabloner.
Alma Zadic bei der Übergabe der Justizministeriums mit Clemens Jabloner. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Bei der Übergabe seines Ministerium stellt sich Ex-Justizminister hinter seiner Nachfolgerin Alma Zadic. Den Hass-Kommentatoren im Netz attestierte er "Niedertracht".
FPÖ wettert gegen Zadic
Amtsübergabe an Alma Zadic

Die wüsten Internet-Attacken auf die neue Justizministerin Alma Zadic (Grüne) haben auch die Amtsübergabe im Ressort dominiert. Ihr Vorgänger Clemens Jabloner sprach von einer Beschimpfungsorgie, die einen besonderen Tiefpunkt darstelle. Jenen, die dafür verantwortlich seien, attestierte er "Niedertracht".

Jabloner: Zadic nicht strafrechtlich verurteilt

Jabloner zeigte sich freilich überzeugt davon, dass Zadic gestärkt und nicht geschwächt aus der Angelegenheit hervorgehen werde. Angesprochen wurde vom früheren VwGH-Präsidenten auch, dass die neue Ministerin in einem medienrechtlichen Verfahren erstinstanzlich zu einer Entschädigungszahlung verpflichtet wurde. Ausdrücklich betonte Jabloner hier, dass es sich um kein strafrechtliches Verfahren handle und es damit auch zu keinem Strafregister-Eintrag komme.

Eine "Job-Descritpion" für einen Justizminister gebe es nicht, meinte Jabloner direkt an Zadic gewandt. Jeder habe andere Schwerpunkte gesetzt und von vielen lasse sich etwas lernen. Er selbst betonte einmal mehr, dass es Maßnahmen brauche, die die Funktionsfähigkeit der Justiz gewährleisteten, dies gelte auch bezüglich der technischen Innovation, wo alle anderen von Anwälten bis Wirtschaftstreuhänder aufrüsteten.

Zadic will die Justiz stärken

Zadic versicherte, dass es zu ihren ersten Aufgaben gehören werde festzustellen, in welchen Bereichen es zusätzliche Ressourcen brauchen, um die Justiz zu stärken. Grundsätzlich hielt sie fest, dass die Grund- und Menschenrechte ebenso im Zentrum ihres Handelns stehen würden wie Verfassung und Menschenrechtskonvention. Den Mitarbeitern des Ressorts, die sehr zahlreich erschienen waren, bot sie eine offene Tür an.

Morddrohungen an Zadic

Im anschließenden Gespräch mit Journalisten betonte Zadic, dass sie in den vergangenen Tagen versucht habe, sich angesichts von Beschimpfungen bis hin zu Morddrohungen von sozialen Netzwerken fernzuhalten. Der heutige Tag sei nicht nur für sie und ihre Eltern sondern auch für viele Menschen mit Migrationshintergrund sehr emotional gewesen, meinte die in Bosnien geborene Justizministerin.

Zurückhaltend äußerte sich Zadic zum heiklen Präventivhaft-Thema. Sie betonte, dass festgelegt sei, es müsse sich um eine verfassungskonforme Lösung handeln. So werde man sich das Thema in Ruhe ansehen.

(APA/red)

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