Hartes EM-Quali-Los für ÖFB-Team

Österreichs Fußball-Nationalteam stehen in der Qualifikation für die EM 2012 schwierige Aufgaben bevor. Die ÖFB-Auswahl trifft in Gruppe A auf Deutschland, die Türkei, Belgien, Aserbaidschan und Kasachstan.
Auslosung zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine

Über die Ansetzung der zehn Spiele, die von September 2010 bis Oktober 2011 ausgetragen werden, wird im Rahmen einer Terminkonferenz entschieden. Sie könnte laut ÖFB-Angaben in der Woche ab 15. Februar in Frankfurt am Main stattfinden.

Um sich direkt für die Endrunde in Polen und der Ukraine (9. Juni bis 1. Juli) zu qualifizieren, müsste Österreich die Gruppe gewinnen oder bester Gruppenzweiter werden. Die restlichen acht Gruppenzweiten spielen in einem Play-off (K.o.-Spiele) im November 2011 um die restlichen vier Plätze.

Teamchef Dietmar Constantini weiß, dass hohe Hürden warten. “Wir haben mit Deutschland und der Türkei zwei Topmannschaften. Wir können sie an einem sehr guten Tag ärgern oder sogar schlagen, wenn sie einen sehr schlechten Tag haben. Auch Belgien ist ein guter Gegner. Und auch gegen Aserbaidschan und Kasachstan holt man sich die drei Punkte nicht nur ab.” Die Zielsetzung des Tirolers bleibt aber gleich. “Der Wille muss da sein, das Unrealistische zu schaffen – die Qualifikation.”

Für ÖFB-Stürmer Marc Janko ist die Quali-Chance aus der Außenseiterrolle heraus rund 20 Prozent groß. “Speziell die Spiele gegen Deutschland sind natürlich sehr reizvoll”, meinte Janko angesichts der Neuauflage des prestigeträchtigsten Duells, das es erst bei der EM 2008 (1:0 für Deutschland durch einen Freistoß von Michael Ballack) zuletzt gegeben hat. Janko und seine Kollegen von ÖFB-Meister Salzburg treffen sehr bald auf einen Gegner aus Belgien, im Sechzehntelfinale der Europa League wartet Standard Lüttich (18. und 25.2.).

Auf Constantini warten auch Duelle mit einigen prominenten Trainer-Kollegen. Deutschland wird von Ex-Austria- und -Tirol-Trainer Joachim Löw betreut, bei der Türkei könnte Ex-Salzburg-Chefcoach Giovanni Trapattoni das Ruder übernehmen, bei Belgien arbeitet Dick Advocaat (gleichzeitig auch Alkmaar-Trainer) und Aserbaidschan wird vom langjährigen deutschen Teamchef Berti Vogts (Europameister 1996) betreut.

Topfavorit auf Platz eins ist Deutschland, seines Zeichens dreifacher Weltmeister, vierfacher Vize-Weltmeister, dreifacher Europameister und dreifacher Vize-Europameister. Löw zeigte sich gegenüber seiner ehemaligen Wahlheimat Österreich sehr höflich: “Wir haben schon bei der EM in Österreich gesehen, auf welchem Niveau die Österreicher spielen können. Didi Constantini ist ein sehr erfolgreicher Trainer. Seit er am Ruder ist, sind einige Dinge bewegt worden.”

Ob Löw in der Quali selbst noch am Ruder sein wird, ist offen, denn aktuell wird um den Vertrag des Bundestrainers gefeilscht. Nach der geplatzten Vertragsverlängerung ließ Löw seine Zukunft offen. “Das wird man sehen. Ich mache mir darüber jetzt keine Gedanken”, meinte der 50-Jährige.

Die Türkei hat ihren größten Erfolg mit Rang drei bei der WM 2002 gefeiert. Bei der EM 2008 machten die Türken mit spektakulären Spielen mit einigen Last-Minute-Treffern und dem Einzug ins Halbfinale von sich reden. Für die WM 2010 in Südafrika hat sich die derzeit teamcheflose Truppe – Fatih Terim trat zurück – nicht qualifiziert, die Türken mussten sich hinter Spanien und Bosnien-Herzegowina mit Rang drei zufriedengeben. Im Spiel in Österreich darf die Türkei wie bereits bei der EURO 2008 mit zahlreicher und lautstarker Unterstützung von Landsleuten rechnen.

In derselben Gruppe wie die Türkei machten die Belgier eine schlechte Figur und belegten mit nur drei Siegen in zehn Spielen Platz vier. Belgien, 1980 Vize-Europameister, hat seit der WM 2002 an keinem Großereignis mehr teilgenommen. Noch nie bei einem großen Turnier mitgespielt haben Kasachstan und Aserbaidschan. Gegen Kasachstan, das in der vergangenen WM-Quali seine sechs Punkte gegen Andorra holte, hat Österreich noch nicht einmal ein Länderspiel absolviert.

“Aserbaidschan und Kasachstan muss man schlagen, wenn man in dieser Qualifikation etwas erreichen will, auch wenn die Auswärtsspiele aufgrund der Reisestrapazen unangenehm sind”, stellte Deutschland-Legionär Christian Fuchs klar. Sollte Österreich in der Quali scheitern, bleibt die Hoffnung auf die EM 2016. Denn die EM 2012 ist die letzte, die nur mit 16 Teams ausgetragen wird, ab 2016 umfasst das Starterfeld 24 Mannschaften.

Reaktionen zur Auslosung:

Dietmar Constantini (Teamchef Österreich): “Wir haben mit Deutschland und der Türkei zwei Topmannschaften, Belgien ist ein guter Gegner. Auch gegen Aserbaidschan und Kasachstan holt man sich die drei Punkte nicht nur ab. Es sind zwei Mannschaften vor uns, die wir an einem sehr guten Tag ärgern oder sogar schlagen können, wenn sie einen sehr schlechten Tag haben. Das Ziel bleibt gleich: Der Wille muss da sein, das Unrealistische zu schaffen – die Qualifikation.”

Leo Windtner (ÖFB-Präsident): “Wir dürfen nicht unzufrieden sein. Wir haben zwei sehr publikumswirksame Gegner. Natürlich ist Deutschland der große Favorit. Der Kampf um Platz zwei wird interessant. Wenn wir das Ziel entschlossen ansteuern, können wir es auch schaffen. Es gibt keine leichte Gruppe. Man muss mit dem zufrieden sein.”

Marc Janko (ÖFB-Teamstürmer): “Es ist eine sehr reizvolle Gruppe. Sie ist sehr schwer, aber speziell Deutschland ist sehr reizvoll für uns. Ich würde sagen, wir haben Außenseiter-Chancen. Ich denke, die Türkei ist eine starke Nation. Sie haben irrsinnige Qualität in der Mannschaft. Zu Deutschland braucht man nichts zu sagen. Belgien ist auch nicht zu unterschätzen.”

Joachim Löw (Bundestrainer Deutschland): “Ich freue mich unheimlich auf diese Gruppe. Türkei – fußballbegeistert, Österreich – Nachbarland, Aserbaidschan – Berti Vogts, Belgien – Dick Advocaat. Ich freue mich sehr. Wir haben schon bei der EM in Österreich gesehen, auf welchem Niveau die Österreicher spielen können. Didi Constantini ist ein sehr erfolgreicher Trainer. Seit er am Ruder ist, sind einige Dinge bewegt worden.”

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