Harte Kritik von ÖVP-Newcomer Jukic an Wiener Sportpolitik

Dinko Jukic:  "Wien versucht, jedem Spitzensportler das Leben zur Hölle zu machen"
Dinko Jukic: "Wien versucht, jedem Spitzensportler das Leben zur Hölle zu machen" ©APA (Archiv)
Weite Kreise zog am Mittwoch die harte Kritik des Schwimmers und Neo-ÖVP-Politikers Dinko Jukic am Sportangebot der Stadt Wien. Laut Jukic versuche Wien, "jedem Spitzensportler das Leben zur Hölle zu machen". Peter Kleinmann, Chef des Österreichischen Volleyball-Verbands warf Jukic "populistisch überzeichnete Statements" und "absolut inkorrekte Aussagen" vor.

Was den Profisport betrifft, hatte sich Schwimmstar und Polit-Quereinsteiger Dinko Jukic darüber geärgert, dass “Wien versucht, jedem Spitzensportler das Leben zur Hölle zu machen”. Die Förderungen der Stadt würden über zu viele Institutionen abgewickelt, das verfügbare Geld reiche für einen Verein oft nicht einmal dafür, die eigene Mannschaft zu einem Bewerb zu schicken. Trainingsmöglichkeiten und die nötige Infrastruktur fehlten. So könne etwa ein Basketballverein nicht in die erste Liga aufsteigen, weil es in Wien keine Halle gebe, die internationalen Kriterien entspreche, so Jukic.

SPÖ: 205 Mio. Euro für Ausbau und Sanierung

Die SPÖ verwies in ihrer Replik auf bereits bestehende Angebote. Die Stadt verfüge über insgesamt 2.500 Sportstätten und habe in den vergangenen fünf Jahren rund 205 Mio. Euro in die Infrastruktur investiert, verwies SP-Gemeinderat Thomas Reindl in einer Aussendung auf eine Reihe von Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen. Zudem würden sich laufend internationale Verbände um die Austragung von Wettbewerben in Wien bemühen, so Reindl mit Hinweis auf die mögliche Austragung der Langbahn-Schwimm-EM 2012 in Wien – “eine Tatsache, die an Herrn Jukic offenbar vorbei gegangen ist”.

Kleinmann: “Populistisch überzeichnete Statements”

Irritiert über den ÖVP-Newcomer Jukic zeigten sich auch Sportprofis. Peter Kleinmann, Chef des Österreichischen Volleyball-Verbands (ÖVV), unterstellte dem Schwimmstar in einem Offenen Brief “populistisch überzeichnete Statements” und konstatierte, dass Jukics ÖVP-Kandidatur “kein Freibrief für absolut inkorrekte Aussagen” sein dürfe. “Die Volleyballer der hotVolleys sind Spitzensportler. Diesen wird das Leben nicht zur Hölle gemacht”, konterte Kleinmann. Die Stadt stelle der Mannschaft eine “tolle” Infrastruktur zur Verfügung, der Nachwuchs könne in Räumlichkeiten trainieren, die für den Ballsport “vorbildlich” seien und europaweit beneidet würden.

Kritik von Grünen und FPÖ

Kritik an der SP-Sportpolitik kam indes von Grünen und FPÖ. Der grüne, nicht amtsführende Stadtrat David Ellensohn forderte mehr Geld für Vereine, um genügend Trainer ausbilden zu können. Zudem wünschte er sich ein Pilotprojekt “Tägliche Sportstunde” in Volksschulen. FPÖ-Sportsprecher Dietbert Kowarik wiederum sprach sich für mehr Basisförderung für Vereine und Verbände und die Streichung der Hallengebühren bei der Benutzung städtischer Schulen aus.

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