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Hannelore Elsner mit 76 Jahren gestorben

Elsner verstarb am Ostersonntag.
Elsner verstarb am Ostersonntag. ©Glomex
Hannelore Elsner gehörte jahrzehntelang zu den bekanntesten und beliebtesten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Raumes. Am Ostersonntag ist Elsner nun im Alter von 76 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben, wie der Familienanwalt mitteilte. Damit verlieren das deutsche Fernsehen und Kino eines ihrer prägendsten Gesichter.

Wien. Geboren wurde Elsner am 26. Juli 1942 im bayerischen Burghausen, nahe der Grenze zu Oberösterreich. Schon als kleines Mädchen muss sie den Tod ihres geliebten älteren Bruders verkraften. Bald darauf stirbt der Vater. Sie wechselt häufig die Schule und übernimmt als 14-Jährige in München kleinere Jobs, weil das Geld knapp ist. “Ich war nirgendwo richtig daheim”, schreibt sie in ihrer Autobiografie über ihre Jugend, schildert aber auch ihre unbändige Lebenslust.

An den Beruf der Schauspielerin habe sie als Schülerin nie gedacht. Sie sei mit 16 in München bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter entdeckt worden, von dem türkischen Regisseur Halit Refig. Nach Proben in Istanbul darf sie auf die Schauspielschule, muss dafür aber kleinere Rollen in Filmen mit Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff und Freddy Quinn übernehmen. Sie schwärmte jedoch für den französischen Film: “Solche Rollen wollte ich später immer spielen, schwer und leicht zugleich.”

Die erste Nackte auf einer deutschen Bühne

Ihre Agentin habe ihr mit etwa 17 Jahren geraten, die Nase schmaler machen und die Zähne begradigen zu lassen, sowie sich einen Künstlernamen zuzulegen, erinnert sich Elsner. Sie hört darauf nicht, streicht nur das “t” aus ihrem Geburtsnamen Elstner. Mit etwa 19 Jahren steht sie zum ersten Mal auf einer Theater-Bühne. Fünf Jahre später soll sie in den Kammerspielen in “Tango” (1966) die erste Nackte auf einer deutschen Bühne gewesen sein.

In mehr als 200 Fernseh- und Kinorollen war die nur 1,60 Meter große Frau zu sehen. Ihre erste von zahlreichen Auszeichnungen bekam sie mit 29 Jahren: die Goldene Kamera für die Rolle der Sasha in Tschechows Stück “Iwanow”. Ihren Ruhm als preisgekrönte Charakterdarstellerin begründete sie erst um die Jahrtausendwende.

Ihre erste Hauptrolle

Ihr Kinodebüt gab sie 1961 in dem Film “Das Mädchen mit den schmalen Hüften”. Starregisseur Jürgen Roland vertraute ihr ein Jahr später in der Krimiserie “Stahlnetz” ihre erste Hauptrolle an. Als Durchbruch zu internationaler Anerkennung gilt ihre Hauptrolle in Alf Brustellins Film “Berlinger” (1975). Drei Jahre später dreht sie mit ihm “Der Sturz” nach einem Roman von Martin Walser.

Brustellin war seit 1973 ihr Partner. Von ihrem ersten Ehemann, dem 18 Jahre älteren Schauspieler Gerd Vespermann, war sie längst geschieden. Sie lernt Brustellin bei den Dreharbeiten für den Kinofilm mit Elke Sommer und Mario Adorf “Die Reise nach Wien” (Regie: Edgar Reitz) kennen. Die Dreharbeiten helfen ihr über den plötzlichen Tod der Mutter hinweg, das Verhältnis schildert sie als schwierig. Brustellin stirbt 1981 bei einem Verkehrsunfall.

Da ist Elsners einziges Kind, ihr Sohn Dominik, gerade ein halbes Jahr alt. Sie hat Monate mit dem Neugeborenen im Krankenhaus verbracht, weil es zu früh auf die Welt kam. Vater ist der Regisseur Dieter Wedel. Später ist Elsner “drei wunderschöne Jahre” mit dem Filmproduzenten Bernd Eichinger zusammen. 1993 heiratet sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe Carstensen und zieht mit ihm von München nach Frankfurt, die Ehe geht 2000 auseinander.

Til Schweiger als Assistent

Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie “Die Kommissarin” (1994-2006) besonders erfolgreich. Als Lea Sommer wurde sie eine der bekanntesten deutschen TV-Ermittlerinnen. In Pumps, Kostüm und schwarzer Lederjacke ermittelt sie in fast 70 Folgen, anfangs mit Til Schweiger als Assistent.

Auf die Bühne kehrte sie 1996 mit dem Solostück “Eine tot-normale Frau” zurück. Ohne dieses sei sie nicht bereit gewesen für “Die Unberührbare” (2000), berichtet sie. Ihre Darstellung einer vom Leben gekennzeichneten Schriftsellerin bringt ihr den Deutschen Filmpreis ein. Gleich noch einmal bekommt sie ihn für ihren Leinwandmonolog einer Schauspielerin in “Mein letzter Film” (2002) nach einem Drehbuch von Bodo Kirchhoff. Zu ihren großen Kinoerfolgen gehört auch ihre Rolle in Doris Dörries “Kirschblüten – Hanami” (2008) an der Seite von Elmar Wepper – der heuer die Fortsetzung “Kirschblüten & Dämonen” als nun letzte Leinwandrolle folgte.

Zugleich stellte die 2015 mit einer Romy geehrte Elsner immer wieder auch ihre komödiantische Seite unter Beweis. So ist sie in Dani Levys “Alles auf Zucker!” (2004) als blondierte Familienmutter zu erleben. Als grantelnde Diva war sie im Vorjahr in der ARD-Komödie “Die Diva, Thailand und wir!” zu sehen.

(APA)

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