"Hangover" - Ein Jungesellenabschied und seine Folgen

Ein Junggesellenabschied in Las Vegas kann schwere Folgen haben: Wie das aussehen könnte, zeigt der neue Kinofilm "Hangover". Schritt für Schritt versuchen Bräutigam Doug und seine Freunde die Nacht zu rekonstruieren. Dabei erfahren sie auf schmerzhafte Art und Weise, wie tief sie im Schlamassel sitzen.Diashow | Der Trailer: Wann und wo in den Kinos
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Der angehende Bräutigam Doug (Justin Bartha) fährt mit seinen Freunden Phil, Stu und seinem zukünftigen Schwager Alan zwei Tage vor der Hochzeit nach Las Vegas, um seinen Junggesellenabschied zu feiern. Doch als sie am nächsten Morgen in ihrem Luxus-Hotelzimmer aufwachen, ist das Zimmer verwüstet, die Schädel brummen und der Bräutigam genauso wie die Erinnerung ist weg. Ab Freitag kann man im Kino miterleben, wie die drei Freunde versuchen, die Nacht Schritt für Schritt zu rekonstruieren und dabei auf die eine oder andere schmerzliche Art zu spüren bekommen, wie tief sie im Schlamassel sitzen. Doch die Zeit drängt, denn schon am nächsten Tag muss Doug vor dem Altar stehen.

Zwischen Tiger und Baby, Krankenhaus- und Polizeiaufenthalt, Blitz-Hochzeit und Verhandlungen fügt sich ein Puzzleteil in das nächste. Und je mehr Phil, Stu und Alan herausfinden, desto näher kommen sie, wie sie glauben, ihrem verschwundenen Freund Doug. Die drei komplett unterschiedlichen Trauzeugen, die in ihrer Charakterzeichnung kein Klischee auslassen, geben auf ihre eigene Weise ihr Bestes, um den verschwundenen Freund ausfindig zu machen. Gerade Alan (Zach Galifianakis), der zukünftige Schwager, der tollpatschig, verplant und in seiner Pubertät stecken geblieben zu sein scheint, tapst naiv und niedlich durch die Szenen. Phil (Bradley Cooper), der gut aussehende und coole Möchtegern-Draufgänger, übernimmt die Führung auf der kleinen Reise durch Las Vegas. Und Stu (Ed Helms), der unter dem Pantoffel seiner Liebsten steht, entdeckt auf dem verrückten Ausflug ganz neue Seiten an sich.

Für die drei Jungs, die – ziemlich gezeichnet von der selbst ernannten Narrenfreiheit – immer mehr zusammenwachsen, folgen jedem Schritt nach vorne gleich wieder zwei Schritte zurück. Schuld daran sind die hochkommenden Ereignisse vom vergangenen Abend: Da übt Mike Tyson höchstpersönlich zu den Klängen von Phil Collins seinen rechten Haken an Alan, oder ein kleiner fieser Chinese (Ken Jeong) erpresst die Drei in ihrer Not. Der eigentliche Protagonist, der Bräutigam, ist im ganzen Film aufgrund seines Verschwindens so gut wie nie zu sehen – was aber auch nicht weiter stört, denn die Figur bleibt ohnedies ohne Ecken und Kanten.

Regisseur Todd Philips (“Starsky & Hutch”) arbeitet eigentlich mit klassischen Zutaten (Las Vegas, Junggesellenabschied) und schafft es dennoch, dem abgedroschenen Buddy-Genre noch unerwartet Lustiges abzugewinnen und mit dem Überwinden und teilweisen Umkehren von Klischees noch eins draufzusetzen. Trotz des wenig originellen Themas und vergleichbaren (wenn auch weniger pointierten) Filmen wie “Ey Mann – Wo is mein Auto” (2000) bleibt “Hangover – Bist du hart genug für Las Vegas?” eigentlich durchgängig lustig, nimmt sich selber nicht so ernst und kommt auch größtenteils ohne Fäkalhumor aus. Philips hat sich zudem noch selbst mit einem kleinen und sehr witzigen Cameo-Auftritt als Borat-Verschnitt in seinem Film verewigt.

Während die Drehbuchautoren Jon Lucas und Scott Moore im Storytelling immer wieder für Überraschungen sorgen, ist man beim Soundtrack mit Party-Klassikern (u.a. mit einem schönen Einsatz von “Who Let The Dogs Out?”) auf Nummer sicher gegangen. Kein Wunder also, dass der Film in den USA für einen großen Erfolg an den Kinokassen sorgte (eine Fortsetzung ist bereits in Planung) und auch in Österreich eine lustig-coole Erfrischung an heißen Sommertagen zu werden verspricht. Nur nicht vergessen: Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas!

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