Hamilton gewinnt Chaos-GP in Melbourne

Der Auftakt zur Formel-1-WM 2008 hat bei fast 40 Grad ein chaotisches Rennen und mit Pole-Mann Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes den erwarteten Sieger gebracht.

> Ergebnis GP Australien

Der 23-jährige Engländer feierte am Sonntag beim GP von Australien in Melbourne unbeeindruckt davon, dass im ersten Rennen ohne Traktionskontrolle nach drei Safety-Car-Phasen nur 7 von 22 Autos die Zielflagge sahen, vor den beiden Deutschen Nick Heidfeld (BMW) und Nico Rosberg (Williams) seinen fünften GP-Sieg.

Ferrari als Verlierer
Während selbst Doppelweltmeister Fernando Alonso im Renault als Vierter eine starke Leistung zeigte, war Ferrari der große Verlierer beim hitzigen WM-Auftakt. Beide Autos fielen aus und nur ein “geschenkter” Punkt für den letztlich auf Platz acht gereihten Weltmeister Kimi Räikkönen verhinderte eine Doppelnull für die nach den Wintertests zu klaren Favoriten gestempelt gewesenen Italiener.

Nur sechs Autos klassiert
110.000 Zuschauer erlebten im Albert Park das “Chaos von Melbourne”, das bei 37 Grad Luft- und 51 Grad Streckentemperatur schon in der ersten Runde seinen Anfang nahm. Bei drei unabhängigen Unfällen blieben gleich einmal fünf Autos liegen. Darunter auch der Red Bull von Lokalmatador Mark Webber sowie der Toro Rosso von Sebastian Vettel. Die Serie setzte sich fort, am Ende fuhren nur sieben Autos über die Ziellinie, wovon eines auch noch disqualifiziert wurde.

Während Vizeweltmeister Hamilton, der im Vorjahr den Titel um nur einen Punkt verpasst hatte, ein souveränes Rennen fuhr, war das Chaos bei Ferrari unübersehbar. Der von Platz vier gestartete Felipe Massa drehte sich schon in der ersten Kurve in die Mauer und fiel auf den letzten Platz zurück. Der nach seinem Defekt in der Qualifikation als 15. gestartete Weltmeister Kimi Räikkönen kam dank Einstopp-Strategie zunächst zwar bis auf Platz drei, verspielte dann aber mit zwei Fahrfehlern alles.

Zunächst aber krachte Massa im Kampf um Platz zehn in die Flanke des RB4 von Coulthard und schied kurz darauf aus. In der folgenden, zweiten Safety Car Phase rückte das Feld wieder zusammen und nach dem Restart wollte Räikkönen so ungestüm am zweitplatzierten McLaren des Finnen Heikki Kovalainen vorbei, dass er ins Kiesbett rutschte. Zusammen mit dem Nachtanken war der Finne damit Zwölfter statt Zweiter. Dem nicht genug, drehte er sich gleich darauf beim Angriff auf den Toyota des Deutschen Timo Glock erneut, ehe dann ein Motorproblem seinem Leiden ein Ende bereitete.

Auch der von zwei gestartete Pole Robert Kubica musste im zweiten BMW aufgeben, weil ihn der Japaner Nakajima mit dem Williams angefahren hatte. Und Kovalainen hatte Riesenpech, weil ihn die zweite Safety-Car-Phase um Platz zwei brachte. Toyota-Fahrer Glock sorgte dann mit einem dramatischen Abflug für die dritte Safety-Car-Phase.

Chaot unter den Chaoten war aber Honda-Pilot Rubens Barrichello. Der Brasilianer kassierte zunächst eine Stop-und-Go-Strafe, fuhr dabei seinen Tankwart über den Haufen und wurde am Ende als Sechster auch noch disqualifiziert, weil er die rote Ampel am Boxenausgang überfahren hatte. Damit fiel der Neo-Wurz-Rennstall um ein echtes und lange ersehntes Spitzenergebnis um.

“Das Auto war perfekt”
Umso bemerkenswerter war, dass sich die Top-Drei aus den meisten Problemen heraus halten konnten. “Das war ein echter Traumstart in die Saison”, freute sich Sieger Hamilton, der im 18. GP-Rennen seinen fünften Sieg holte und sich an seinen Debütsieg in Kanada erinnert fühlte. “Damals hatten wir gleich vier Safety-Car-Phasen. Auch heute mussten wir die Taktik dauernd ändern, aber das Auto war perfekt.”

Nach dem Rennen klatschte der dunkelhäutige Hamilton mit seinem Kumpel Rosberg ab, der als Dritter erstmals auf das Podium gefahren war. “Ich möchte in erster Linie meinem Vater danken”, sagte der 22-jährige Sohn des finnischen Ex-Weltmeisters Keke Rosberg. Mit Landsmann Heidfeld hatte sich Rosberg einige harte Kämpfe und haarige Aktionen in der Boxengasse geliefert.

Heidfeld verpasste am Ende den ersten GP-Sieg für BMW um nur 5,5 Sekunden, was man nach den vielen Fragezeichen im Winter bei den Bayern wie einen Sieg feierte. “Ich hatte heute aber auch Glück”, gestand Heidfeld. Das erste Rennen ohne Traktionskontrolle “war weniger schwieriger als ich dachte”.

Hamilton kommt damit als WM-Leader zum nächsten Grand Prix, der schon kommenden Sonntag in Malaysia auf dem Programm steht. Dort kommt zur Hitze auch noch eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzu. Im Vorjahr hatte es dort einen McLaren-Doppelsieg durch Alonso und Hamilton gegeben.

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