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Halbzeit bei Stephansdom-Restauration

©AP
Halbzeit bei der Restaurierung der Westfassade des Stephansdoms: Die Arbeiten an der nördlichen Hälfte der Fassade am befinden sich derzeit im Endspurt. Die mit einer Abbildung der dahinterliegenden Domfassade bedruckten Schutzplanen wurden bereits abgenommen; bis Ende August werden noch fehlende Feinarbeiten erledigt. Anschließend wechselt das Gerüst an die andere Seite des Riesentors zur Restaurierung des Süd-Teils der Fassade.

Die seit zwei Jahren laufenden Arbeiten an der Haupteingangsfront seien wie eine Zusammenfassung der Baugeschichte des Doms gewesen, sagte Dombaumeister Wolfgang Zehetner im Gespräch mit “Kathpress”: “Die ältesten Teile, die wir bearbeitet haben, gehen bis ins 12. Jahrhundert zurück”. Die Originalsubstanz aus der Spätromanik und Gotik sei – wenn möglich – erhalten worden. Um die Wasserableitung von der Fassade zu gewährleisten, habe man aber an manchen Stellen neue Steine einsetzen müssen, so Zehetner. Überwiegend seien aber nur die fehlenden verwitterten Teile mit Restauriermörtel ergänzt worden.

Besonders heikel war ein höchst filigran durchbrochen gearbeiteter Gesimsfries an der Nordwestecke der Fassade. “Der Fries war komplett zerbröselt”, so der Dombaumeister. Bei der “unglaublich komplizierten” Erneuerung musste der Fries wie im Mittelalter in monatelanger anspruchsvoller Steinmetzarbeit neu aus dem Sandsteinblock gehauen werden. Ebenfalls neu herzustellen waren Teile der Wasserspeier. Die steinernen Fabelwesen ragen weit aus der Mauer heraus und sind so besonders stark der Witterung ausgesetzt. Durch restauratorische Maßnahmen konnte man die Wasserspeier konservieren. Anders als die Wasserspeier, die bis zu einem Meter tief in der Mauer verankert sind, wurden die Statuen von Katharina von Böhmen mit ihren beiden Schildknappen abgenommen und restauriert. Sie kommen am 11. August wieder auf die Fassade.

“Es gibt immer etwas zu tun”

Kunsthistorisch interessante Entdeckungen machten die Restaurateure am Heidenturm: “Wir sind auf Steinmetzzeichen aus sehr früher Zeit – aus dem 13. Jahrhundert – gestoßen”, berichtete Zehetner. Diese Zeichen wurden von den Steinmetzen wie eine Unterschrift auf ihren Werken angebracht.

Der Dom werde freilich niemals “fertig restauriert” sein, so Zehetner: “Es gibt einfach immer etwas zu tun. Jeder, der ein Einfamilienhaus besitzt, weiß das: man muss ständig etwas anderes erneuern”. Und: Es sei sinnvoll, ein Gebäude ständig zu betreuen; beim Stephansdom geschehe das seit nunmehr 800 Jahren. Finanziert werden die Restaurierungsarbeiten größtenteils durch Spenden über den Verein “Unser Stephansdom”. Weitere Gelder kommen von der Stadt Wien, vom Bund und von der Erzdiözese Wien.

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