Halbmond-Affäre vor Gericht

Der Wirbel um den gefälschten Schriftwechsel zwischen dem Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi und dem Vizevorsitzenden des Österreichischen Alpenvereins, Andreas Ermacora, dürfte ein Nachspiel vor Gericht haben.

Nach Ermacora kündigte auch Al-Rawi Freitagabend in der ZiB eine Klage gegen das BZÖ an.

Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft folgt damit der Aufforderung von BZÖ-Bundespressesprecher Brucker. Dieser hatte gemeint, Tatsache sei, dass der Brief existiere. Wenn jemand anderer Meinung sei, dann solle er klagen.

BZÖ-Chef Westenthaler hatte in der ORF-TV-Konfrontation mit SPÖ- Obmann Gusenbauer Donnerstagabend aus einem gefakten Schreiben zitiert, in dem Al-Rawi angeblich Halbmonde statt Gipfelkreuzen auf den österreichischen Berggipfeln fordere. Wie sich im Laufe des Tages aber herausstellte, war der Brief eine Fälschung.

Eine Künstlergruppe namens „Haben wir denn keine anderen Sorgen“ bekannte sich zu der Aktion. Man habe unter dem Motto „How low can you go“ testen wollen, „wie weit populistische Politiker gehen“, hieß es in einem auf der Internet-Seite des Monatsmagazins „Datum“ veröffentlichten Kommunique. Das BZÖ blieb dennoch bei seiner Darstellung, dass der Brief echt sei.

Al-Rawi will nun auf Unterlassung und wegen Kreditschädigung klagen. Er habe bereits Kontakt mit seinem Anwalt aufgenommen, die Klage werde am Montag eingebracht, sagte Al-Rawi, dessen Familie „erboste Anrufe“ erhalten haben soll. Er sprach von einer „groteske Sache“ und versicherte, von dem Brief erst am Donnerstag erfahren zu haben. Am 1. Oktober wird Al-Rawi nach eigenen Angaben „ein Kreuz bei der SPÖ machen“.

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