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Halbe Tonne Marihuana verkauft: Prozess um "Wiener Pablo Escobar"

Die Gruppierung soll Marihuana in großem Stil angebaut haben.
Die Gruppierung soll Marihuana in großem Stil angebaut haben. ©pixabay.com
Am Dienstag wird der Prozess gegen die Männer fortgesetzt, die laut Staatsanwaltschaft seit 1. März 2016 in großem Stil Marihuana in Umlauf gebracht haben sollen.
Prozess gegen Drogenbande gestartet

Der Mann soll bei der Produktion für die Plantagen die Elektrik installiert haben. Der Beschuldigte wurde dem Verfahren erst später als Beitragstäter zugeführt. Er wird von seiner ehemaligen Lebensgefährtin beschuldigt, die selbst verdächtigt wurde. Allerdings wurde die Frau dann plötzlich bei der Polizei nicht mehr als Verdächtige, sondern als Zeugin geführt. "Das hat schon einen Beigeschmack, als würde sie etwas verschweigen", sagte der Anwalt des Beschuldigten, Mathias Burger. Für ihn sei daher der dringende Tatverdacht nicht mehr gegeben.

Mehrere Plantagen in Wien und im Umland

Die mittlerweile vier Angeklagten - serbischstämmige Männer - beschäftigen schon länger die Behörden. Der angebliche Kopf der Gruppierung soll vor seiner Festnahme im Februar 2018 polizeiintern als eine Art heimischer Pablo Escobar gegolten und eine halbe Tonne Marihuana aus diversen Plantagen in Wien und dem Umland in Umlauf gebracht haben. Wegen der Vorwürfe saß er bereits zehn Monate in Untersuchungshaft, bevor er wegen Verstoßes gegen das Beschleunigungsgebot im Februar 2019 auf freien Fuß gesetzt wurde und auch als freier Mann beim Prozess erschien.

Für Staatsanwalt Martin Ortner steht allerdings die Schuld der Verdächtigen außer Frage. So soll der aus einer sehr wohlhabenden Familie stammende Hauptverdächtige der Drogenbande einen BMW mit doppeltem Boden zu Verfügung gestellt haben, der allerdings von der Polizei nach einem Hinweis eines Informanten mittels Peilsender überwacht worden ist. Tatsächlich fuhr der Wagen auch immer wieder Wohnhäuser an, die sich später als Plantagen entpuppten. In diesen Plantagen sollen laut der Staatsanwaltschaft zumindest eine halbe Tonne Marihuana geerntet worden sein - was einer Menge von 1,2 Millionen Joints entspricht.

Hauptverdächtiger baute sich enormes Vermögen auf

Laut Anklage ist auch das enorme Vermögen - samt Luxusuhren, Sportwagen und Immobilien - des Hauptverdächtigen nur schwer ohne einem kriminellen Hintergrund erklärbar. Dies wiederum stellte die Verteidigung am ersten Verhandlungstag in Abrede: Der Hauptverdächtige stamme aus einer sehr wohlhabenden Familie und stehe überhaupt nur wegen seines Vermögens vor Gericht. Sein Verteidiger Philipp Wolm unterstrich zudem, dass keine Beweise gegen seinen Mandanten vorliegen würden. Bei der umfangreichen Telefonüberwachung sei niemals ein Wort über Drogen gefallen und laut eines Urteils des Oberlandesgerichts Wien gibt es keine Ermittlungsergebnisse, dass der BMW tatsächlich dem Angeklagten zuzuordnen ist.

Wohl kein Urteil

In der kommenden Woche findet neben dem Dienstag auch am Mittwoch ein Verhandlungstermin statt. Anwalt Burger glaubt allerdings nicht, dass da schon ein Urteil erfolgen wird.

Kritik gab es im Vorfeld von Menschenrechtsorganisationen wegen der Bezeichnung der Polizeiaktion namens "Operation Roma", unter Anspielung auf die ethnische Herkunft sämtlicher Verdächtiger. Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch nannte die polizeiliche Fallbezeichnung inakzeptabel, die Antidiskriminierungsstelle ZARA warf der Polizei vor, antiziganistische Vorurteile zu schüren.

Gutachter: BMW mit doppeltem Boden "unmöglich"

Mit Zeugeneinvernahmen ist am Dienstag in Wien der Prozess gegen die Männer fortgesetzt worden, die laut Staatsanwaltschaft seit 1. März 2016 in großem Stil Marihuana in Umlauf gebracht haben sollen. Dabei soll der Hauptverdächtige einen BMW mit doppeltem Boden zu Verfügung gestellt haben, um das Suchtgift zu transportieren. Bei der Verhandlung am Dienstag meinte ein Gutachter, das sei unmöglich.

Dazu hätten umfangreiche und teure Umbauarbeiten stattfinden müssen. Das gesamte Fahrzeug hätte dazu angehoben werden müssen, inklusive der Pedale. "Das ist technisch unmöglich", meinte der von der Verteidigung beauftragte Sachverständige zum Schwurgericht (Vorsitz: Ulrich Nachtlberger). Dazu würden sich andere Fahrzeugtypen, wie etwa SUVs, besser eignen. "Der Umbau wäre mit einem extremen Aufwand verbunden."

Weiterer Prozesstag am Mittwoch

Am Mittwoch steht ein weiterer Verhandlungstermin an. Prozessbeteiligte gehen nicht davon, dass es da schon zu einem Urteil kommen wird. Zahlreiche Zeugen werden angehört, teilweise vorgeführt aus diversen Gefängnissen. Am Mittwoch wird auch entschieden, ob der Viertangeklagte - er soll die Elektrik für die Plantagen die Elektrik installiert haben - enthaftet wird. Sein Anwalt Mathias Burger hat einen dementsprechenden Antrag gestellt.

Der Beschuldigte wurde dem Verfahren erst später als Beitragstäter zugeführt. Er wird von seiner ehemaligen Lebensgefährtin beschuldigt, die selbst verdächtigt wurde. Allerdings wurde die Frau dann plötzlich bei der Polizei nicht mehr als Verdächtige, sondern als Zeugin geführt. "Das hat schon einen Beigeschmack, als würde sie etwas verschweigen", sagte Burger. Für ihn sei daher der dringende Tatverdacht nicht mehr gegeben.

(APA/red)

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