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Haitis Opposition: Paramilitärs und Putschisten

Die  Aufständischen in Haiti, zu denen auch ehemalige Putschisten und Mitglieder von Drogengangs gehören, kontrollieren immer größere Teile des Karibikstaates. 

Mit den Oppositionsbewegungen Demokratische Übereinkunft und Gruppe 184 ist sich der bunt zusammengewürfelte Rebellenhaufen einig, dass der amtierende Staatspräsident Jean Bertrand Aristide möglichst umgehend zurücktreten müsse. Andernfalls sei kein Frieden möglich. Unter den Aufständischen sind enttäuschte Anhänger des früheren Armenpriesters und Hoffnungsträgers Aristide ebenso wie Gefolgsleute des früheren Diktators Jean Claude Duvalier, genannt „Baby Doc“, ehemalige Putschisten und Mitglieder von Drogengangs.

Die Aufständischen, die am 5. Februar Haitis viertgrößte Stadt Gonaives einnahmen, erhielten am Wochenende Zulauf von früheren Putschisten aus der benachbarten Dominikanischen Republik. Diese werden von dem 50-jährigen Louis Jodel Chamblain geführt, einem früheren Unteroffizier der haitianischen Armee.

Chamblain war unter der Militärdiktatur von General Raoul Cedras, der Aristide 1991 stürzte, Anführer der paramilitärischen Front für Entwicklung und Fortschritt in Haiti (FRAPH). Laut Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wurden während Cedras’ dreijähriger Herrschaft mehr als 3.000 Menschen ermordet. Ein maßgeblicher Teil davon wurde von den Paramilitärs getötet.

Die haitianische Justiz verurteilte den seit 1994 im dominikanischen Exil lebenden Chamblain zwei Mal in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft. Sie befand ihn für schuldig, in die Ermordung des Aristide nahe stehenden Geschäftsmanns Antoine Izmery und später in das Massaker in Raboteau, einem Aristide-freundlichen Armenviertel von Gonaives, verwickelt gewesen zu sein. Ein weiterer früherer FRAPH-Führer, Emmanuel Constant, schloss sich nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er zehn Jahre im Exil verbrachte, ebenfalls den bewaffneten Rebellen an.

Der Führer der Rebellengruppe in der Hafenstadt Gonaives, Butteur Metayer, empfing Chamblain und Constant ausgerechnet in Raboteau, wo Soldaten und Paramilitärs im April 1994 zahlreiche Menschen folterten und erschossen. Noch vor einigen Monaten war Metayer ein Parteigänger von Aristide. Sein Bruder Amyot Metayer, der Führer der so genannten Kannibalenarmee, veranstaltete in Gonaives Massenkundgebungen zur Unterstützung der Regierung, ging aber auch gegen unliebsame Aristide-Kritiker vor.

Als der „Kannibalen“-Führer im vergangenen September tot aufgefunden wurde, war sein Bruder überzeugt, dass Aristide den Mord anordnete, weil Amyot Metayer von der Beteiligung von Regierungsmitgliedern an Anschlägen gegen Oppositionspolitiker gewusst habe.

Ebenfalls an der Spitze der Rebellen agiert der 35-jährige Guy Philippe, ein früherer Polizeikommissar, der seinen Dienst unter anderem in der zweitgrößten Stadt Cap Haitien sowie in der Hauptstadt Port-au-Prince versah. Der Mann, der unter der Präsidentschaft von Aristides Freund Rene Preval (1996 bis 2001) zeitweise Chef von dessen Sicherheitsabteilung war, streitet immer wieder erhobene Vorwürfe beharrlich ab, er stecke mit der Drogenmafia unter einer Decke. Philippe ging nach dem von ihm organisierten gescheiterten Putschversuch gegen Preval im Jahr 2000 ins dominikanische Exil. Er soll auch einen weiteren Umsturzversuch gegen Aristide im Dezember 2001 geplant haben.

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