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Haiti: Proteste nach UNO-Aktion

Mindestens zehn Menschen sind in Haiti bei einem Einsatz der UNO-Friedenstruppen (MINUSTAH) gegen kriminelle Banden in der Hauptstadt Port-au-Prince ums Leben gekommen.

Die bewaffneten Auseinandersetzungen hätten sich am Freitag im Elendsviertel Cite Soleil ereignet, berichteten Medien am Samstag unter Berufung auf die Behörden. Die UNO-Soldaten hätten Kriminelle entwaffnen wollen, hieß es.

Bei den Toten handelte es sich den amtlichen Angaben zufolge ausschließlich um Zivilisten. Außerdem seien rund 20 Menschen durch Schüsse verletzt worden. Nach den Auseinandersetzungen stürmten Hunderte von Bewohnern der Cite Soleil auf die Straßen, um gegen die UNO-Aktion zu protestieren. Sie forderten den Abzug der Blauhelme. Das Cite-Soleil-Viertel ist der größte und ärmste Bezirk der Hauptstadt. Es gilt auch als Bastion Mafia-ähnlicher krimineller Organisationen.

Das ärmste Land des amerikanischen Kontinents wird seit längerem von einer Entführungswelle heimgesucht. Erst am 13. Dezember wurde eine Gruppe von 20 Schülern verschleppt. Kürzlich wurde ein Sechsjähriger von seinen Entführern ermordet, obwohl die Eltern Lösegeld bezahlt hatten.

Die von 8.000 Männern und Frauen aus 40 Ländern gebildete internationale Blauhelmtruppe ist seit Mitte 2004 in Haiti stationiert. Sie soll den Weg in die Demokratie ebnen. Der Karibikstaat wird seit Jahrzehnten von Anarchie und Gewalt erschüttert. Auch nach dem Sturz des in Cite Soleil besonders beliebten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide im Jahr 2004 hat sich die Lage nicht gebessert.

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