Hahn forderte positives Wettbewerbsdenken an Universitäten ein

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Die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung als Motor einer positiven Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung hat Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) bei einem Vortrag am Mittwochabend beleuchtet.

Thema war auch das neu geschaffene Institute of Science and Technology Austria (I.S.T. Austria) in der Klosterneuburger Gemeinde Maria Gugging.

Die Wissenschaft sei der Motor der Gesellschaft: “Was wir nicht erforschen, können wir nicht ernten. Forschung und Entwicklung generieren nachhaltige Arbeitsplätze.”

Hahn hob die Entwicklung des tertiären Bildungssektors in Niederösterreich mit mittlerweile knapp 10.000 Studierenden hervor. Das Land beteilige sich mit 20 Prozent an seinen universitären Einrichtungen, in Wien betrage dieser Part nur acht Prozent, so Hahn: “Das zeigt die unterschiedlichen Prioritätensetzungen”. Für das I.S.T. Austria, die so genannte Elite-Uni, würden keine Mittel von anderen Institutionen abgezweigt: “Ich betrachte es als additive Angelegenheit.” Niederösterreich werde vom Bund jährlich 80 Millionen Euro für seine Universitäten erhalten, kündigte der Minister an.

In der Publikumsdiskussion befürchtete Peter Skalicky, Rektor der Technischen Universität Wien, einen Konkurrenzkampf mit der Elite-Uni: “Wir brauchen die Dissertanten und Postgraduates selber an unseren Universitäten”. Im Sinne sozialer Marktwirtschaft sei positives Wettbewerbsdenken auch an den Universitäten zu “implantieren”, entgegnete Hahn. Mit guten Bildungseinrichtungen lasse sich sogar ein Geschäft machen, wissenschaftliche Leistungen könnten exportiert werden.

“Ich bin froh, als ‘Gio’ und nicht als ‘Keksi’ begrüßt zu werden”, spielte der Minister auf einen von ihm in der Vorwoche getätigten Sager an, wonach ihm der Hickhack in der Koalition “auf den Keks” gehe. Zur gegenwärtigen innenpolitischen Situation merkte er an, es mache wenig Sinn, “dass man sich gegenseitig Unfreundlichkeiten aus der Vergangenheit ausrichtet. “Man müsse auch einen Schlussstrich ziehen. Er rate an, die “positive Grundmotivation außer Streit zu stellen”. Am Ende des von der Gesellschaft für Völkerverständigung organisierten Vortrags stand allerdings ein Stoßseufzer: “Manchmal sehnt man sich nicht nur nach klaren Aussagen, sondern auch nach klaren Realitäten”.

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