Häuserpreise im Halbjahr erneut gestiegen

Der Traum vom eigenen Haus kostet immer mehr. Die Preise für Einfamilienhaus sind erneut gestiegen.
Der Traum vom eigenen Haus kostet immer mehr. Die Preise für Einfamilienhaus sind erneut gestiegen. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Einfamilienhäuser sind in diesem Halbjahr erneut teurer geworden. Das Angebot an Häusern ist weiterhin Rückläufig. Das teuerste Pflaster blieb Bezirk Kitzbühel.

Der typische Preis für ein Einfamilienhaus lag bei 307.085 Euro und damit um 13,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, wie der Maklerverbund Remax mitteilte. Die Fünfjahresvergleichspreise legten um etwas mehr als 50 Prozent zu. Teuerstes Pflaster blieb der Bezirk Kitzbühel - der typische Preis lag bei 2,1 Mio. Euro und damit um 40 Prozent höher als im Vorjahr.

Häuserpreise seien auf einem Allzeithoch

Die Preise seien auf einem Allzeithoch, so Remax am Mittwoch in einer Pressemitteilung. "Das Einfamilienhaus erfreut sich in Österreich weiterhin großer Beliebtheit. Die Nachfrage hat sich pandemiebedingt nochmals verstärkt, gleichzeitig ist das Angebot im Jahresvergleich weiter deutlich zurückgegangen" so Remax-Austria-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Diese Kombination und das historisch niedrige Zinsniveau hätten in weiten Teilen des Landes zu spürbaren Preissteigerungen geführt. "Für das kommende Jahr erwarten wir eine leichte Entspannung am Einfamilienhausmarkt, sowohl beim Angebot als auch beim Preis."

Preissteigerung für Einfamilienhäuser zweistellig

Die Preissteigerung für Einfamilienhäuser sei heuer erstmals zweistellig ausgefallen, heißt es in der heutigen Pressemitteilung weiter. Der nominelle Zuwachs im Fünfjahresvergleich um 50,4 Prozent ergebe eine durchschnittliche jährliche Preissteigerung von 7,5 Prozent.

Angebot an Häusern ist zurückgegangen

Im ersten Halbjahr wurden 4.763 Einfamilienhäuser für neue Eigentümer verbüchert, das war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 5,1 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Das Angebot sei zurückgegangen, weil nicht nur manche Kaufinteressenten, sondern auch manche Eigentümer "Grundbuch statt Sparbuch bevorzugten und dann aufgrund der Wirtschaftssituation und Investmentmöglichkeiten doch lieber auf Sicherheit setzten und einen ins Auge gefassten Verkaufstermin immer weiter vor sich herschieben, so Remax-Research-Experte Anton Nenning. Die Verteuerungen bei Grundstücken und beim Hausbau hätten zudem den Nachfragedruck bei den Gebrauchtimmobilien erhöht. Der Schwerpunkt liege mittlerweile bei Objekten aus den 1970er und teilweise 1980-er Jahren, die größer und aufwendiger gebaut und schon allein deswegen mehr wert seien.

Wichtigster Markt für Häuser ist Niederösterreich

Wichtigster Markt für Einfamilienhäuser war trotz des dritten Rückgangs in Folge Niederösterreich mit einem Anteil von 28,4 Prozent der Bundesmenge. Mit 1.351 Einheiten (minus 4,7 Prozent) wurden laut Remax mehr Einfamilienhäuser verbüchert als in Wien, Burgenland, Tirol, Vorarlberg und Salzburg zusammen.

Tirol überholt Wien bei den Preisen für Häuser

Bei den Preisen hat Tirol Wien überholt. Ein typisches Einfamilienhaus kostete mit 825.326 Euro um 301.367 Euro mehr als im ersten Halbjahr 2020. 25,0 Prozent kamen aber auf weniger als 350.000 Euro und die Preissteigerung betrug in diesem Segment 16,7 Prozent. Der Einstiegspreis für das teuersten Viertel lag erstmals über 1 Mio. Euro (+46,6 Prozent). Die Erklärung dafür liege zumindest teilweise in der regionalen Verteilung der Immobilien. Mit 75 Einfamilienhäusern sei der Bezirk Kitzbühel der mengenstärkste in Tirol, mit kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr. Statistisch gesehen sei jedes siebente Tiroler Haus von einem relativ billigen Bezirk "in das absolut teuerste Eck von Österreich gewandert", so Remax. Der typische Preis betrage im Bezirk Kitzbühel 2,099 Mio. Euro (plus 39,1 Prozent) - jedes vierte Einfamilienhaus sei unter 630.500 Euro gehandelt worden (+25,1 Prozent), am oberen Preis-Ende kostete jedes vierte mehr als 3,24 Mio. Euro (+51 Prozent).

Billigste Einfamilienhäuser im Burgenland

Am billigsten sind Einfamilienhäuser im Burgenland mit typischerweise 168.453 Euro und in der Steiermark (231.679 Euro). Fünf Häuser im Burgenland kosteten so viel wie eines in Tirol, so Remax in der Pressemitteilung zum aktuellen auf Grundbuchdaten basierenden ImmoSpiegel.

(APA/Red)

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